https://www.faz.net/-gqe-a998y

Neue Einfamilienhäuser : Wenn Neubau Wert vernichtet

Allerorten wachsen Neubaugebiete in die Landschaft. Bild: dpa

In vielen Neubaugebieten entsteht heute der Leerstand von morgen. Anstatt immer mehr Häuser desselben Typs zu bauen, sollte man sich um die kümmern, die schon da sind.

          6 Min.

          Wer wissen will, wie die Zukunft vieler Neubaugebiete aussieht, die im Moment am Rand von Dörfern und kleinen Städten in die Landschaft wachsen, könnte einen ihrer Vorgänger besuchen. Ungezählte Einfamilienhaussiedlungen sind in den Wirtschaftswunderjahren in Westdeutschland jenseits der großen Städte entstanden, in manchen Regionen machen Ein- und Zweifamilienhäuser 80 Prozent der Wohngebäude aus.

          Judith Lembke

          Redakteurin in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Einige dieser Siedlungen sind nur mit den Bewohnern gealtert. Andere hat es schlimmer erwischt. Es gibt Straßenzüge, in denen nur noch ein paar alte Damen in ihren Häusern die Stellung halten, die anderen sind unbewohnt. Manchmal mähen Nachbarn den Rasen und hängen Gardinen zur Tarnung ins Fenster, damit die Leere nicht so auffällt. Denn Leere hat keinen guten Ruf – genauso wenig wie Schrumpfung und Überalterung. In einem Land, das seit Jahren unter steigenden Hauspreisen und Mieten ächzt, sorgen sich Kommunen, aus denen die Menschen wegziehen und keine Käufer für ihre alten Häuser finden, um ihr Image. Nicht wenige weisen lieber Bauland aus, um junge Familien anzulocken, anstatt sich dem Leerstand in ihren Zentren und in die Jahre gekommenen Einfamilienhaussiedlungen zu stellen. Die traditionellen Wohnwünsche einer Familie mit zwei Kindern und Eltern, die mit dem Auto zur Arbeit pendeln, werden wieder und wieder in Beton gegossen, obwohl der gesellschaftliche Wandel an diesem Lebensmodell nagt.

          Testen Sie unsere Angebote.
          Jetzt weiterlesen.

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          F.A.Z. PLUS:

            Sonntagszeitung plus

          F.A.Z. PLUS:

            F.A.Z. digital

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Protektionismus der 1930er : „Ein bösartiges Produkt von Dummheit und Gier“

          Trumps Handelspolitik weckt Erinnerungen an die Weltwirtschaftskrise und den Protektionismus der dreißiger Jahre. Damals löste Herbert Hoover mit einem höchst umstrittenen Zollgesetz fatale Gegenreaktionen aus. Heute jedoch ist unser Wohlstand nicht von Amerika bedroht. Ein Gastbeitrag.
          Außengastronomie geöffnet: Gäste in der Saarbrücker Kneipe „Glühwürmchen“ Anfang April

          Lockerungen bei hoher Inzidenz : Hat sich das Saarland verzockt?

          Die Landesregierung hält trotz steigender Infektionszahlen an Lockerungen fest. „Unser Saarland-Modell wirkt“, sagt Ministerpräsident Tobias Hans. Wissenschaftler kritisieren das hinter vorgehaltener Hand als „Irrsinn“.
          Er will gehen: Hansi Flick, seit November 2019 Cheftrainer beim FC Bayern.

          Der Trainer will weg : Flick kündigt dem System Hoeneß

          Weil der Trainer, der sechs Titel holte, beim FC Bayern trotzdem nicht viel zu sagen hat, überrumpelt er zum Abschied auch den eigenen Klub. Die Spieler sind berührt. Nur die Führung missbilligt das einseitig verkündete Ende.