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Zu wenig neue Wohnungen : Baubranche sieht Wohnungsbauziel gefährdet

  • Aktualisiert am

Kräne stehen auf einer Baustelle für Wohnhäuser in Hamburg. Bild: dpa

Aus Sicht der Baubranche werden zu wenig Wohnungen gebaut, um das Ziel der Bundesregierung von 1,5 Millionen Wohnungen bis 2021 zu erreichen. Vor allem in einem Bereich gäbe es deutlichen Nachholbedarf.

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          Die Bundesregierung hinkt ihrem Wohnungsbauziel von 1,5 Millionen Wohnungen bis 2021 aus Sicht der Baubranche weiter hinterher. Die Bundesvereinigung Bauwirtschaft (BVB) rechnet für dieses und für kommendes Jahr mit jeweils bis zu 310.000 neuen Wohnungen in Deutschland, wie der Vorsitzende, Marcus Nachbauer, am Dienstag in Berlin sagte. Rechnerisch hätten seit 2017 aber rund 375.000 Einheiten gebaut werden müssen, um das Ziel bis Ende der Legislaturperiode zu erreichen, wie eine Sprecherin erläuterte. Vergangenes Jahr waren es demnach aber nur 287.000 neue Einheiten.

          Mit dem wachsenden Angebot an neuen Wohnungen will die Bundesregierung vor allem das Problem stetig steigender Mieten in den Griff bekommen. Der Baubranche helfen die zahlreichen Aufträge dabei, der schwächelnden Konjunktur zu trotzen. Der Wirtschaftssektor rechnet für dieses Jahr mit einem Umsatz von mehr als 354 Milliarden Euro. Das entspreche einem Wachstum von rund fünf Prozent im Vergleich zum Vorjahr, sagte Nachbauer.

          Mit einem erwarteten Umsatz von rund 125 Milliarden Euro entfalle mehr als ein Drittel der Gesamterlöse auf das Bauhauptgewerbe, unter das auch die Neubautätigkeit fällt. Das entspricht im Vergleich zum Vorjahr einem Plus von mehr als sechs Prozent.

          Noch deutlicheren Nachholbedarf sieht die BVB beim sozialen Wohnungsbau. „Mindestens 80.000 solcher Wohnungen müssten jährlich gebaut werden, um den Bedarf zu decken“, sagte Nachbauer. „Davon sind wir allerdings weit entfernt.“

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