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WoHo Berlin : Das turmhohe Dorf

Das WoHo will ein inklusiver Typ sein mit Angeboten für die Nachbarn. Bild: Rendering MAD Arkitekter

Das WoHo in Berlin soll Deutschlands höchstes Wohnhaus aus Holz werden. Doch interessant ist das Vorhaben aus einem ganz anderem Grund.

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          Sonst gern Avantgarde, ist die deutsche Hauptstadt beim Bau von Hochhäusern im Jahr 2021 noch ziemlich hintendran. Im internationalen Vergleich ist das, was sich in Berlin tut, nicht der Rede wert, und im nationalen setzt das viel kleinere Frankfurt seit Jahrzehnten die Maßstäbe. Anders sieht es im Holzbau aus. Auf diesem Gebiet sind Bauherren und Architektinnen an der Spree experimentierfreudig und ehrgeizig. Schon vor Jahren haben sie vorgemacht, dass der Baustoff aus dem Wald auf städtischem Grund bestens zum Bau von Mehrfamilienhäusern taugt, sei es mitten in Gründerzeitvierteln oder als Siedlungen auf Brachen. Eines der jüngsten Vorzeigevorhaben ist das Schumacher Quartier, das auf dem ehemaligen Flugfeld in Tegel mit bis zu 5000 Wohnungen als weltweit größte Siedlung in Holzbauweise entstehen soll. In Berlin traut man sich was mit Holz – und das nun auch im Hochhausbau und ausgerechnet in Kreuzberg, wo bauliche Neuheiten nicht sonderlich geschätzt sind.

          Birgit Ochs
          Verantwortliche Redakteurin für „Wohnen“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Mit dem geplanten WoHo allerdings könnte in unseren Breitengraden ein neues Kapitel in der Geschichte des Turmbaus beginnen. Fast 100 Meter hoch soll es werden. Damit wäre es – Stand jetzt – das höchste Holzhaus Deutschlands, wenn nicht der Welt. Den Mjøstårnet im norwegischen Brumunddal jedenfalls, mit gut 85 Metern Höhe und 18 Stockwerken Rekordhalter in der Holzklasse, würde der Kreuzberger Turm locker übertrumpfen. Erst recht das 84 Meter hohe HoHo in Wiens Seestadt Aspern, das, die Namensähnlichkeit kommt nicht von ungefähr, für das Berliner Vorhaben Pate stand.

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