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Wohnungsmarkt : Mieten wird erschwinglicher

Neu errichtete Mehrfamilienhäuser im Europaviertel in Frankfurt: In den meisten Teilen Deutschlands ist das Wohnen zur Miete erschwinglicher geworden. Bild: dpa

Die steigenden Mieten belasten viele Deutsche. Dabei sind sie in den meisten Teilen der Bundesrepublik erschwinglicher geworden. Wer profitiert – und wer das Nachsehen hat.

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          In den meisten Teilen Deutschlands ist das Wohnen zur Miete erschwinglicher geworden. Das ist zum Beispiel in Hamburg der Fall, in Köln, Frankfurt und in vielen ostdeutschen Kommunen. Das ist das Ergebnis einer Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW). Die Autoren haben dafür die Entwicklung des Bruttomedianlohns der Entwicklung der Neuvertragsmieten gegenübergestellt. Während der Bruttomedianlohn in Deutschland 2014 bis 2018 um fast 10 Prozent auf 3312 Euro gestiegen ist, sind im selben Zeitraum die Neuvertragsmieten nur um 8,5 Prozent gestiegen. Insgesamt haben sich die Löhne in 269 von 401 Kreisen in Deutschland positiver entwickelt als die Mieten. Daraus schließen die Autoren, dass Mieten in Deutschland insgesamt erschwinglicher geworden ist, weil die meisten Mieter ihre Wohnkosten aus ihrem Lohneinkommen bestreiten.

          Judith Lembke
          Redakteurin in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Ob die Mieter von diesem Effekt profitieren, hängt allerdings sehr stark davon ab, wo sie wohnen. Mit Blick auf Deutschland gibt sich eine Dreiteilung: In großen Teilen Ostdeutschlands sind die Mieten in den vergangenen Jahren viel erschwinglicher geworden, vor allem in den Boom-Städten wie Leipzig oder Jena. „Auch dort leiden die Unternehmen zunehmend unter einem Fachkräftemangel und sind bereit, die Arbeitnehmer mit deutlicheren Lohnzuwächsen zu halten oder anzuziehen“, heißt es als Begründung. Gleichzeitig sei die Mietentwicklung aber nicht so dynamisch wie in weiten Teilen Westdeutschlands, auch weil es im Osten noch mehr Leerstand gebe, der erst langsam abgebaut werde.

          Der Süden Deutschlands hat das Nachsehen

          In den meisten westdeutschen Kommunen sind Mieten und Löhne in etwa ähnlich stark gestiegen, so dass die Mieten gleich erschwinglich geblieben sind. Das Nachsehen haben vor allem Mieter in Bayern und Baden-Württemberg. In München und den umliegenden Gemeinden sind die Löhne deutlich weniger stark gestiegen als die Mieten. Am schlimmsten getroffen hat es die Mieter in Kempten im Allgäu: Hier haben die Löhne zwar um 10 Prozent zugelegt, die Mieten aber um 33 Prozent.

          Auch in Berlin, wo der Protest gegen höhere Mieten besonders laut ist und die Stadt seit Jahresbeginn mit einer Deckelung der Mieten gegenzusteuern versucht, war das Verhältnis ungünstig. In Hamburg hingegen, wo mehr Wohnungen gebaut werden als in der Hauptstadt, obwohl die Stadt nur halb so groß ist, stehen die Mieter mittlerweile besser dar als vorher. Allerdings gilt auch, dass nicht alle Arbeitnehmer gleichermaßen von der dynamischen Entwicklung der Löhne in den vergangenen Jahren profitiert haben – ebenso wie Bestandsmieter nicht so stark unter den steigenden Mieten gelitten haben wie Menschen, die umgezogen sind.

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