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Wohnimmobilien : Bewegung im unteren Segment

  • -Aktualisiert am

Verdichtetes Wohnen in Ratingen-West bei Düsseldorf Bild: Schoepal, Edgar

Im bevölkerungsreichsten Bundesland wird vielerorts günstiger Wohnraum knapp. Das zeigt eine aufwendige Studie der LEG NRW.

          2 Min.

          Die Bereitschaft, hohe Mieten zu zahlen, hat in Nordrhein-Westfalen spürbar abgenommen. Das geht aus dem jüngsten Wohnungsmarktreport des Immobilienunternehmens LEG NRW hervor. Demnach gaben die Mieten für besonders hochwertige Wohnungen an 30 von 54 analysierten Standorten im bevölkerungsreichsten Bundesland zwischen April 2010 und März 2011 deutlich nach.

          Am deutlichsten fielen die Preisnachlässe auf dem klassischen Hochpreismarkt Düsseldorf aus. Dort gaben die Mieten für Luxuswohnungen um 9,1 Prozent nach. Allerdings mussten für solche Mietobjekte noch immer 12,92 Euro pro Quadratmeter im Monat gezahlt werden - so viel wie auf keinem anderen Wohnungsmarkt des Bundeslandes. Auch in Bochum (minus 7,6 Prozent) und in Essen (minus 7,4 Prozent) seien die Mieten für teure Wohnungen besonders stark zurückgegangen, heißt es in der Marktanalyse, für die über 520 000 Miet- und Kaufangebote in 864 Postleitzahlgebieten ausgewertet wurden.

          Trend nach oben

          Dagegen werden einfache Wohnungen für Mieter immer teurer. Während die Wohnkostenbelastung für Besserverdienende in Nordrhein-Westfalen im vergangenen Jahr abnahm, mussten Geringverdiener tiefer in die Tasche greifen. In 47 von 54 ausgewerteten Städten und Landkreisen zeigte das Mietpreisbarometer für einfache Wohnungen nach oben.

          Auch in diesem Segment entpuppte sich Düsseldorf als auffälligster Markt. In der Landeshauptstadt legten die Mieten für schlecht gelegene und einfach ausgestattete Wohnungen binnen Jahresfrist um 11,9 Prozent auf 5,80 Euro pro Quadratmeter zu. Die Domstadt Köln folgt mit einem Anstieg von 8,4 Prozent auf 5,61 Euro pro Quadratmeter. Den stärksten Mietpreisschub in den kleineren Städten und Kreisen mussten die Haushalte in Mönchengladbach mit 5,9 Prozent auf 4,43 Euro pro Quadratmeter verkraften. Merklich teurer wurden einfache Wohnungen auch in Krefeld (4,4 Prozent) und Hamm (4,2 Prozent).

          Schwierige Wohnungssuche

          Der Immobilienverband IVD-West bestätigt den von der LEG NRW beobachteten Anstieg der Mieten im unteren Segment. "Vor allem in Großstädten haben es Menschen mit geringen Einkommen immer schwerer, eine Wohnung zu finden", sagt der Vorsitzender Ralph-Peter Pass. Angesichts der andauernden Zuwanderung in die Ballungszentren werde sich dieser Trend in den kommenden Jahren noch verschärfen.

          Weiterhin preiswerte Wohnungsmärkte lassen sich an der Höhe der Einstiegsmieten unterhalb der Vier-Euro-Marke erkennen. Nach der diesjährigen LEG-Auswertung, die vom Maklerhaus CB Richard Ellis betreut wurde, gehören dazu auch drei Großstädte: Dortmund (3,97 Euro), Duisburg (3,93 Euro) und Gelsenkirchen (3,62 Euro). In vier von 54 Märkten müssen wirtschaftlich schwächer gestellte Haushalte inzwischen mehr als 5 Euro pro Quadratmeter für eine einfache Wohnung zahlen: Düsseldorf (5,80 Euro), Köln (5,61 Euro), Bonn (5,42 Euro) und Münster (5,16 Euro).

          Gefragte Mehrfamilienhäuser

          Während die Preise für Eigentumswohnungen im vergangenen Jahr landesweit nachgaben, zog das Interesse an Mehrfamilienhäusern spürbar an. In neun von zwölf nordrhein-westfälischen Großstädten legten die Preise über alle Lagen und Qualitätsklassen hinweg zu, mit Bonn, Münster und Aachen an der Spitze. Die meisten Makler in der Region gehen von einem dynamischen Jahresendgeschäft aus - obwohl die am 1. Oktober in Kraft getretene Erhöhung der Grunderwerbsteuer in Nordrhein-Westfalen von 3,5 auf 5 Prozent für Vorzieheffekte gesorgt hat. "Wir haben damit gerechnet, dass wir ab Anfang Oktober eine Nachfragedelle erleben werden", sagt die Essener Immobilienmaklerin Petra Kuptz, Geschäftsführerin des Maklerunternehmens Kuptz & Kompagnon. "Doch davon spüren wir nichts."

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