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Wohnen auf der Urlaubsinsel : Und ewig lockt Mallorca

Solange das Paar noch arbeitet und die Kinder in Hamburg zur Schule gehen, wollen sie es in den Ferien selbst nutzen und den Rest des Jahres vermieten. „Das ist aufwendiger als bei unserem Ferienhaus in Deutschland, weil man sich selbst nicht so gut darum kümmern kann“, räumt Suhr ein. Wer sein Haus vermieten möchte, braucht jemanden, der das Haus putzt und den Garten macht, sich um den Pool kümmert und die Schlüssel übergibt – am besten alles in einer Person. Mittlerweile gibt es jedoch Makler, bei denen die Vermittlung von helfenden Händen oder auch Handwerkern zum Service gehört und die ausländische Käufer auch durch die spanische Bürokratie lotsen. Denn vermieten darf nur, wer eine Lizenz beantragt hat.

Familie Suhr hatte so einen Makler. „Das war Gold wert. Wir hätten es wahrscheinlich auch alles irgendwie selbst geschafft, aber es hätte uns unglaublich viel Zeit gekostet“, sagt der Pilot. Grundsätzlich ist ein Immobilienkauf auf Mallorca unkompliziert. Normalerweise schließt der Käufer bei Interesse einen Vorvertrag und zahlt zehn Prozent des Kaufpreises an. Der Notartermin wird auf einen späteren Zeitpunkt gelegt. In dieser Zeit sollte ein Anwalt prüfen, ob der Grundbuchauszug dem tatsächlichen Zustand des Hauses entspricht. Das ist vor allem bei Bestandsimmobilien unbedingt zu empfehlen: Denn früher wurden oft nachträglich nicht genehmigte Gebäudeteile angefügt, das Bauamt drückte nicht selten ein Auge zu. Doch in den vergangenen Jahren sind die Bestimmungen sowie die Kontrollen verschärft worden. „Es wird heute sehr viel genauer geprüft“, sagt der Anwalt Patrick de Bonilla von der Kanzlei Bonilla & Partners in Palma, der auf die Beratung von deutschen Immobilienkäufern spezialisiert ist. Um die Zersiedelung zu stoppen, gilt bei Neubauten auf dem Land eine Mindestgröße von 14.000 Quadratmetern, von denen 2 Prozent bebaut werden dürfen, also 280 Quadratmeter – Swimming Pool und Carport eingeschlossen.

Um den Bausündern auf die Schliche zu kommen, gleichen die Ämter aktuelle Luftbilder mit der genehmigten Wohnbebauung ab. Wer illegal angebaut hat, dem drohen Strafzahlungen. Falls ein potentieller Käufer nicht genehmigte Anbauten entdeckt, sollte er lieber die Finger von der Immobilie lassen – es sein denn, er kann beweisen, dass sie älter als acht Jahre sind, dann genießen sie Bestandsschutz.

Die Abwicklung des Kaufs geht deutlich fixer als in Deutschland, allerdings ist die Grunderwerbsteuer höher. Sie beträgt 8 Prozent bei einer Kaufsumme bis 400.000 Euro und steigt dann progressiv bis auf 11 Prozent bei einem Kaufpreis von einer Million an. Hinzu kommen die Kosten für die Stempelsteuer, den Notar und gegebenenfalls den Anwalt. „Insgesamt hatten wir etwa 10 Prozent Kaufnebenkosten, ähnlich wie in Deutschland“, resümiert Suhr. Denn trotz der hohen Kosten für die spanische Bürokratie gibt es einen Vorteil: Anders als in Deutschland zahlt die Maklercourtage der Verkäufer.

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