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Wohnen auf der Urlaubsinsel : Und ewig lockt Mallorca

Das verändert die Ansprüche an die Häuser, die das ganze Jahr bewohnbar sein müssen und nicht nur drei Wochen im Sommer: Heizung, gut ausgestattete Küche und Bad sind Pflicht und schlagen sich im Preis nieder. „Eine Fußbodenheizung kann den Preis um mehr als 25 Prozent anheben“, sagt Christina Deutsch, die für Engel & Völkers auf der Insel arbeitet. Zwar könnten sich viele Käufer vorstellen, in einer ländlichen Umgebung zu leben, wollten aber auf neueste Technologien und modernen Komfort nicht verzichten. Eine alte Finca, traditionell gebaut mit kleinen Fenstern, die Licht und Hitze aus den Wohnräumen heraushalten sollen, mögen viele auf den ersten Blick charmant finden. Wohnen wollen sie aber in lichtdurchfluteten Räumen mit großen Fenstern – und bauen sich im Zweifelsfall lieber eine Klimaanlage ein.

Bild: F.A.Z.

Wer häufiger pendelt, sucht zudem eine Wohnung, die schnell erreichbar ist. Davon profitieren die Lagen in der Nähe des Flughafens, allen voran der Südwesten mit Orten wie Andratx oder Santa Ponça, wo der Durchschnittspreis laut Porta Mallorquina bei 5800 Euro je Quadratmeter liegt. Engel & Völkers hat im Südwesten für Villen einen durchschnittliche Verkaufspreis zwischen 1,3 und 1,7 Millionen Euro ermittelt, für Apartments zwischen 350.000 und 400.000 Euro. Direkte Lage an der Küste koste einen Aufschlag von 40 Prozent, Neubauten seien noch einmal 20 Prozent teurer. Für die Stadt Palma nennt Porta Mallorquina Durchschnittspreise von knapp 4800 Euro je Quadratmeter. Vor allem Skandinavier investieren in der Altstadt, die mit ihrer schattigen Prachtstraße, den verwinkelten Gassen und alten Palästen wie eine Miniaturausgabe von Barcelona wirkt. Besonders begehrt sind Dachgeschosswohnungen mit großer Terrasse und Blick auf die Kathedrale oder das Meer.

Als Geheimtipp gilt das Viertel „El Terreno“, das sich zwischen der Küstenstraße und dem Castell de Bellver, der Festung oberhalb von Palma, an den Berg schmiegt. Um die Jahrhundertwende entdeckten wohlhabende Familien die Anhöhe mit ihren Kiefernwäldern als Sommersitz und bauten sich dort große Villen mit prächtigen Gärten. In den dreißiger Jahren strömten auch Ausländer in das Viertel, vor allem Dichter und Künstler. Später sank es in einen Dornröschenschlaf: Häuser und Gärten verfielen, der öffentliche Raum verkam. Jetzt entdecken Zweitwohnungsbesitzer das charmante Quartier – mit allen Vor- und Nachteilen, die so eine Renaissance mit sich bringt: Einerseits wird die alte Bausubstanz erhalten und das Viertel lebt auf, die angestammten Bewohner aber werden von den hohen Preisen verdrängt. „Hier kaufen jetzt die Leute, die vor 20 Jahren in Berlin-Prenzlauer Berg gekauft haben“, sagt Katja Schrapel. Die Deutsche wohnt selbst in El Terreno und hat sich als Maklerin auf das Viertel spezialisiert. Neben der zentralen Lage schätzt sie das Gefühl, in einem Dorf inmitten der Stadt zu sein, die gute Nachbarschaft zwischen Einheimischen und Zugezogenen und den verfallenen Charme, solange es ihn noch gibt.

Besonders Bestandsimmobilien genau prüfen

Auch für Familie Suhr war es wichtig, dass ihr Haus vom Flughafen aus schnell zu erreichen ist. Anstatt einer pittoresken Altstadtwohnung oder den Trubel rund um den Nobelort Andratx mit seinen Marinas, Fernsehsternchen und Szenebars, suchten sie jedoch ein Stück ursprüngliches Mallorca und wurden in der Inselmitte fündig. Die Finca Soñador liegt hoch oben auf dem Berg nahe dem Städtchen Montuïri; einzige Nachbarn sind ein englischer Poet und der 92 Jahre alte Schäfer Jaime mit seiner Herde. „Es ist fast peinlich, aber es war das erste Haus, das wir uns angeschaut haben. Es hat uns sofort berührt“, sagt Suhr und schwärmt von der Ruhe, der Natur und der Geschichte des Hauses. „Hier können wir abschalten.“ 280 Quadratmeter groß ist die Finca aus dem typischen Bruchstein, 6000 Quadratmeter misst das Grundstück, es hat vier Schlafzimmer, drei Bäder und einen Pool. 700.000 Euro haben sie bezahlt, „kein Schnäppchen, aber in Meeresnähe hätte es mindestens drei Millionen gekostet“.

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