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Stadtleben am Wendepunkt : Jetzt haben Sie das Wort!

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Andere Perspektiven: Wie blicken unsere Leser durch die Corona-Krise auf Ihre Stadt? Bild: dpa

Wir wollten von Ihnen wissen: Wie verändert sich in der Corona-Krise Ihre Stadt oder Ihr Dorf? Sie haben geantwortet. Ein Ausschnitt aus den vielen Zuschriften.

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          Wie wird die aktuelle Situation unsere Einstellung zum Wohnen und unsere Ansprüche an die Stadt verändern? Dieser Frage sind wir vergangene Woche in acht Thesen nachgegangen und haben die Leserinnen und Leser um ihre Beobachtungen und Einschätzungen gebeten. Besonders das Thema Mobilität hat viele von Ihnen beschäftigt. Aus den vielen Zuschriften haben wir einige Auszüge zusammengestellt. Hier haben Sie das Wort!

          Die Innenstadt als Kiez

          Die großen Kaufhäuser und Geschäfte in den Innenstädten werden unattraktiv, auch wegen des Online-Handels. Ich würde mir wünschen, dass die Innenstädte in Zukunft wieder bewohnt werden: Wohnungen, gemütliche Plätze, kleinere Geschäfte für den täglichen Bedarf. Die Innenstadt wäre dann eine Art „Stadtteil“, in den nicht mehr Massen von Menschen zum Shoppen fahren. Natürlich wäre das eine schlechte Nachricht für die Eigentümer von Geschäftsimmobilien in den Innenstädten. Vielleicht ist das ein Gedanke, der in eine andere Richtung geht als Ihre Thesen. (Stephan Schmitz, Köln)

          Digital und lokal

          Realistisch betrachtet wird „die neue Welt“ vieles an Veränderungen mitbringen, ein anderes Selbstverständnis für digitales Arbeiten und damit künftig auch mehr Heimarbeit, da die Erfahrung zeigt, dass es funktioniert und damit künftig auch Arbeitgebern Büro- und Reisekosten spart. Auch das Einkaufsverhalten der Menschen wird sich ändern, zum einen wird es mehr Online-Shopper geben, die nicht mehr wie früher in die Stadt gehen, zum anderen jene, die ihre lokalen Geschäfte im Viertel viel mehr noch und mit einem anderen Bewusstsein als früher unterstützen, da sie sich wünschen, dass diese in ihrem Kiez bleiben. (Stefanie Symannk, Frankfurt)

          Triumph des Automobils!

          Das Auto als privater Raum, in dem gependelt und gelebt wird, könnte einer verlorenen Ästhetik der Zwischenstadt, in Form von McDrive-Angeboten, Doppelgarage und Carloft zu einem neuen Glanz verhelfen. (Tarek Abu Ghazaleh, Oldenburg)

          Triumph des Automobils?

          Als vierundzwanzigjährige Studentin, die derzeit im strengen „Confinement“ (Ausgangssperre) in Frankreich festsitzt, schaue ich nicht ohne Neid auf meine Freundinnen in Deutschland, die zu ihren Familien aufs Land gefahren sind und dort die Tage im Grünen verbringen. Einen weiteren Punkt, den Sie ansprechen, finde ich fast noch wichtiger: Die wiederentdeckte Bedeutung individueller Mobilität beziehungsweise des Autos. Ich war immer davon überzeugt, dass ich kein Auto brauche, da in der Stadt alles mit dem ÖPNV und dem Fahrrad und ansonsten auch alles mit dem Zug erreichbar ist. Unter dem Eindruck des „Confinements“ denke ich tatsächlich darüber nach, ein Auto anzuschaffen, da ich nicht glaube, dass die Mobilitätssituation sich sehr bald verbessern wird. Aber ich frage mich, ob wir wollen, dass der Trend für zukünftige Wohn-, Lebens- und Mobilitätskonzepte nur zum „Häuschen auf dem Land mit zwei Autos vor der Tür“ geht. (...) Allerdings hoffe ich, dass nicht nur die Bewegung zum Althergebrachten, sondern auch Bewegungen nach vorne zum Innovativen daraus entstehen werden. (Nicole Lemke, Grenoble)

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