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Bestehende Gebäude entwickeln : Im Parkhaus sind noch Zimmer frei

Bild: Roland Rossner

Auf Discountern, über Gleisen und Parkplätzen könnten fast 3 Millionen Wohnungen entstehen, sagen Forscher. Das ist nicht so abwegig, wie es klingt. Woran hakt es?

          3 Min.

          Es gibt wenige Supermarktfilialen, die einen Fanclub haben. Die von Edeka in der Winsstraße im Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg aber ist so eine. Besser gesagt: Sie war es. Seit kurzem ist der Laden geschlossen, was die Bewohner des Viertels in den sozialen Netzwerken ausgiebig betrauern. Viele erinnern sich noch daran, wie er zu DDR-Zeiten als „Konsum“ den Mangel verwaltete. Dann ging man zu „Disco-Kaiser’s“, zum Einkaufen und zum Flirten. Nun wird der Flachbau abgerissen, auf das Grundstück kommt ein sechsgeschossiges Haus mit 187 Wohnungen und einem Supermarkt im Erdgeschoss. Immerhin, klagt doch keine deutsche Stadt über fehlenden Wohnraum so laut wie Berlin. Doch die Volksseele kocht. Noch mehr Luxuswohnungen, die sich kein Normalverdiener leisten könne, so der Tenor. Der Prenzlauer Berg will seine Kaufhalle zurück.

          Julia Löhr

          Wirtschaftskorrespondentin in Berlin.

          Birgit Ochs

          Verantwortliche Redakteurin für „Wohnen“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Dabei gilt das, was in Berlin und anderswo mit Supermärkten passiert, als gutes Beispiel dafür, wie sich die Wohnungsnot in Deutschlands Großstädten lindern lässt. Zwar herrscht Skepsis, besonders, was die Qualität von Discounterwohnungen angeht – Stichwort: Billigwohnen. Doch grundsätzlich gilt der Ansatz als mustergültig. Nachverdichtung heißt das Mittel. Welches Potential sich dahinter verbirgt, haben die TU Darmstadt und das Pestel-Institut in einer neuen Studie ausgerechnet. Bis zu 2,7 Millionen neue Wohnungen könnten in Deutschland auf bestehenden Gebäuden errichtet werden. Da schätzungsweise eine Million Wohnungen vor allem in den Großstädten fehlen, könnte sich das Problem so doch lösen lassen. Oder?

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