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Briten in Frankreich : „Wir erleben einen Albtraum“

Fish & Chips statt Steakfrites: Liebhaber des britischen Imbiss-Klassikers kommen im südfranzösischen Eymet auf ihre Kosten. Bild: Reuters

Viele Briten besitzen in Frankreich ein Haus. Doch nun hat der drohende Brexit die Gemeinschaft tief verunsichert. Was man in „Little England“ in der französischen Provinz übers Wohnen und die Weltpolitik denkt, hat sich unser Reporter vor Ort berichten lassen.

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          Ein Marktplatz in einer Kleinstadt gut hundert Kilometer östlich von Bordeaux: An Tischen im Freien genießen die Menschen die milde Wärme des südwestlichen Frankreichs. Mittelalterliche Fachwerkhäuser rahmen den Marktplatz mit seinen steinernen Arkaden ein. Restaurants, Bars und Cafés reihen sich aneinander. Nur ab und zu rollt ein Auto über das Kopfsteinpflaster und übertönt das friedliche Plätschern des Stadtbrunnens. Bei einem Glas Weißwein oder einer Tasse Kaffee lassen die Leute die Zeit verstreichen.

          Christian Schubert

          Wirtschaftskorrespondent in Paris.

          Die französische Provinz kann Anfang September voller Charme sein – wie in Eymet in der Dordogne. Doch ist das überhaupt Frankreich? Wer genauer hinhört, bemerkt schnell: Hier wird fast nur Englisch gesprochen. Und wer genauer hinsieht, erblickt vor den Cafés einige Männer mit nacktem Oberkörper. Mitten in der französischen Provinz entdeckt der Neugierige „Little England“: Eymet hat nur 2700 Einwohner, doch einen Kricketclub, zwei englische Friseure, eine zweisprachige Grundschule, ein englisches Architekturbüro, mehrere englische Immobilienagenten und Steuerberater, eine englischsprachige Zeitung, ein Feinschmeckergeschäft namens „Taste of Britain“ und einmal in der Woche einen „Fish&Chips“-Stand. Selbst in der protestantischen Kirche laden zwei britische Laienpriester zu „Coffee and Prayer“ ein.

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