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Ungewöhnlicher Wohnsitz : Wie eine Deutsche Schlossherrin in der Schweiz wurde

Das mittelalterliche Vogteischloss wurde zum Zuhause einer Großfamilie. Bild: Johannes Ritter

Eigentlich suchte die Familie von Gabriella Maillard nur ein großes Haus. Doch dann zog sie in eine Schweizer Burg.

          5 Min.

          Natürlich haben wir ein Gespenst!“, ruft Gabriella Maillard aus. Aber, nein, gesehen habe sie es noch nie. „Unser Gespenst ist immateriell.“ Eine betont ernsthafte Miene aufsetzend, weist die 79 Jahre alte Dame den Weg in die große Küche ihres Hauses. Es ist nicht irgendein Haus, sondern ein Vogteischloss aus dem 13. Jahrhundert, das einst als Wohn- und Wehrburg diente. Das gedrungene Château thront auf einer Anhöhe in Attalens, einer kleinen Gemeinde im Schweizer Kanton Fribourg unmittelbar an der Grenze zum Waadtland. Aus dem von meterdicken Mauern umfassten Küchenfenster hat man freien Blick auf die Dents du Midi und sogar bis auf den Montblanc in Frankreich, wenn sich der mehr als 70 Kilometer entfernte weiße Riese nicht gerade hinter Wolken verschanzt. „Aber wenn man ihn sieht, dann wird das Wetter bald wieder schlechter – so will es die Volksweisheit“, sagt Maillard.

          Johannes Ritter
          Korrespondent für Politik und Wirtschaft in der Schweiz.

          Die Schlossherrin nimmt auf einem spartanischen Holzhocker am langen Küchentisch Platz und erzählt ihre Gespenstergeschichte weiter. Das immaterielle Wesen habe sich ihr und ihrem Mann nach dem Einzug vorgestellt und erklärt, dass sie sich keine Sorgen machen müssten. Es mache sich nur bemerkbar, falls Gefahr in Verzug sei. Dann greife es schützend ein. Dies erzählten die Maillards ihren Kindern, als diese noch klein waren, um ihnen die Angst vor Spuk zu nehmen. Denn so spannend und aufregend das Leben in einer verwinkelten alten Burg sein mag, ein bisschen unheimlich ist es schon – schließlich gibt es noch einen Kerker, und im Stall steht ein uralter Leichen­wagen.

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