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Naturschutz und Denkmalpflege : Historische Parks in Gefahr

  • -Aktualisiert am

Den Buchen vor dem Wasserschloss Dyck setzt der Klimawandel zu. Es ist unklar, wie lange sie unsere Parks noch prägen. Bild: Marcus Simaitis

Der Klimawandel setzt Gartendenkmälern zu. Vertraute Anblicke verschwinden, und die Kosten für die Pflege explodieren. Doch ein Besuch im Park von Schloss Dyck zeigt, wie man dagegenhalten kann.

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          Der Tulpenbaum war schon totgesagt. Das stattliche Gehölz, das im Park von Schloss Dyck im nordrhein-westfälischen Jüchen wurzelt, wäre vor 20 Jahren fast gefällt worden. Bei den Vorbereitungen zur Landesgartenschau 2002, deren Zentrum Dyck war, wurde der Baumbestand untersucht. Der Tulpenbaum (Liriodendron tulipifera) galt als nicht robust genug, um die kommenden Jahre zu überstehen. Heute gedeiht er und sieht gesund aus – im Gegensatz zu vielen seiner Nachbarn wie Buchen, Bergahorn und manchen Eichen.

          „Seit es so trocken ist, geht es dem Tulpenbaum gut. Er profitiert vom wärmeren Klima“, sagt Jens Spanjer, Vorstand der Stiftung Schloss Dyck. Auch eine Allee dieser Bäume sieht gesund aus, ähnlich wie die Schnurbäume (Sophora japonica) und die Ginkgos auf dem Gelände. Große Sorgen dagegen bereiten Spanjer die Buchen. In den vergangenen drei Sommern haben sie sichtlich gelitten. Äste sind abgestorben, Wipfel haben sich gelichtet. Baumpfleger nehmen regelmäßig totes Holz heraus. Bei manchen fehlen große Teile der Krone, bei anderen, etwa der mit 43 Metern höchsten Buche auf dem Gelände, zeichnen sich tote Äste skelettähnlich vor dem Himmel ab. An mehreren Stellen im Park stehen gekappte Stämme wie Mahnmale. Als aufrechtes Totholz werden sie der Natur überlassen. Pilze erscheinen auf der Borke, Spechte klopfen an, um Insekten aufzustöbern.

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