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Land unter : Wer haftet für den Wasserschaden in der Wohnung?

Wenn der Keller unter Wasser steht, muss der Schaden schnell beseitigt werden, am besten mit vereinen Kräften wie hier nach einer Überflutung in Hamburg. Bild: dpa

Ob Gewitter, Rohrbruch in der Nachbarwohnung oder die ausgelaufene Waschmaschine - ein Wasserschaden ist nicht nur ärgerlich, er kann auch richtig teuer werden. Doch wer muss für den Schaden haften?

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          Es ist ein nasser Sommer. Platzregen, Hagel, Gewitter - was da nicht alles aus den Wolken bricht. Anstatt sich auf den Weg ins Schwimmbad zu machen, schippt manch Hausbesitzer das Wasser mit Eimern aus seinem überschwemmten Keller. Ob schweres Unwetter, ein Rohrbruch in der Nachbarwohnung oder die ausgelaufene Waschmaschine - ein Wasserschaden ist nicht nur ärgerlich und macht viel Arbeit, er geht auch ins Geld. Doch wer kommt für den Schaden auf?

          Anne-Christin Sievers
          Redakteurin im Ressort „Wohnen“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Das hängt vom Einzelfall ab. Normalerweise gibt es hierfür Versicherungen. Doch die springen nicht immer ein. Welche Versicherung die Kosten übernimmt oder nicht, hängt von drei Fragen ab: Was ist die Ursache des Wasserschadens? Wo sind die Schäden entstanden? Trägt jemand durch fahrlässiges Verhalten die Schuld?

          Läuft die Waschmaschine aus, kann der Mieter für Schäden in der eigenen Wohnung, an Möbeln, Parkett oder Elektrogeräten, seine Hausratversicherung in Anspruch nehmen. Hat er keine abgeschlossen, bleibt er meist auf den Kosten sitzen. Wenn zudem Wasser durch den Boden in die darunterliegende Wohnung dringt und Hausrat des Nachbarn kaputtgeht, übernimmt eventuell die private Haftpflichtversicherung des Bewohners mit der lecken Maschine den Schaden, aber nur, wenn er dafür die Schuld trägt.

          Die Gebäudeversicherung haftet grundsätzlich bei Schäden, die durch fest eingebaute Teile wie Wasserleitungen am Objekt selbst entstehen. Sind sanitäre Anlagen defekt oder brechen Rohrleitungen und Leitungswasser tritt aus, kommt sie ins Spiel. Dringt das Wasser aber von außen ein, durch Hochwasser oder ein defektes Dach, fällt der Putzeimer um oder läuft das Aquarium über, haftet sie meist nicht. Welche Schäden abgedeckt sind, sollten Versicherte im Kleingedruckten nachlesen. Es kann ratsam sein, einzelne Risiken gesondert zu versichern, etwa durch eine Sturm- oder Hochwasserversicherung.

          Grob oder leicht fahrlässig, das ist hier die Frage

          Meist zahlt der Mieter über die Betriebskosten einen Teil der Gebäudeversicherung. Deshalb ist der Vermieter verpflichtet, den Gebäudeversicherer und nicht den Mieter in Haftung zu nehmen, wenn dieser nur leicht fahrlässig einen Leitungswasserschaden verursacht. So hat es der Bundesgerichtshof entschieden (Az.: VIII ZR 28/04). Kann der Vermieter nachweisen, dass der Mieter grob fahrlässig gehandelt hat, muss dieser haften. Dann können Versicherungen sich weigern, zu zahlen. Nach einem Urteil des Oberlandesgerichts Oldenburg war das bei einem Hausbewohner der Fall, der den Hahn seiner Waschmaschine ohne Aquastop-Vorrichtung durchgängig geöffnet hatte, ohne den notdürftig befestigten Schlauch je zu überprüfen (Az.: 3 U 6/04).

          Im Gegensatz dazu hat das Amtsgericht Köln entschieden, dass Mieter nicht grob fahrlässig handeln, wenn sie die Wasch- oder Spülmaschine vor dem Zubettgehen anstellen und erst am Morgen merken, dass Wasser ausgetreten ist. Gab es vorher keine Anzeichen für einen Defekt von Maschine oder Schlauch, haben sie die übliche Sorgfaltspflicht nicht verletzt. Es reiche aus, den Wasserhahn in zeitlicher Nähe zum Ende des Waschvorgangs zuzudrehen, um eine längere Unterdruckstellung zu vermeiden (Az.: 144 C 41/06). Verursacht der Vermieter den Schaden und wird Eigentum des Bewohners beschädigt, steht dem Mieter Schadenersatz zu.

          Wer einen Wasserschaden feststellt, sollte schnell reagieren und das Wasser umgehend beseitigen. Vorher ist es ratsam, Fotos zu machen und Zeugen hinzuzuziehen, um gegenüber dem Versicherer Beweise in der Hand zu haben. Ist der Mieter für den Schaden nicht verantwortlich, kann er die Miete mindern. Dafür muss ein Sachverständiger den Schaden und die Wertminderung der Wohnung schätzen. Dann kann der Mieter den Mietnachlass schriftlich und unter Beilage des Sachverständigengutachtens einfordern. Ist eine Wohnung nach einem Wasserschaden für längere Zeit nicht bewohnbar, darf der Mieter diese fristlos kündigen - vorausgesetzt, er ist dafür nicht selbst verantwortlich.

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