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Paardynamik am Arbeitsplatz : Wenn man mit Schatzi den Schreibtisch teilt

  • -Aktualisiert am

„Die Marotten des anderen akzeptieren“ – das Freiburger Goldschmiedepaar Silke Knetsch und Christian Streit Bild: Privat

Für viele ist es ein Albtraum – für andere ein Paradies: das mit dem Partner geteilte Büro im eigenen Haus. Was führt zum Riesenkrach, was fördert die Romantik?

          6 Min.

          Albtraum, Horrorvorstellung, Scheidungsgrund – bei der Frage, ob Menschen sich vorstellen können, mit ihrem Lebenspartner ein Arbeitszimmer oder gar einen Schreibtisch zu teilen, entlädt sich meist eine Lawine von Schreckensrufen. Mit Schatzi ein Büro teilen? Niemals! Regelmäßig folgen detaillierte Beschreibungen von unerträglichen Schreibtischmarotten des anderen. Das, was harmlos klingt, erscheint beim genaueren Hinsehen als Minenfeld der Paardynamik. Eigentlich erstaunlich in Zeiten, in denen offene Coworking Spaces und Großraumbüros boomen. Warum ist es so schwer, ausgerechnet mit dem Lebensmann oder der Lebensfrau ohne Konflikte einen Raum zu teilen, um ein paar harmlose E-Mails zu schreiben oder hochprofessionell ein gemeinsames Geschäft zu führen?

          „Das liegt daran, dass Menschen wie Tiere ausgesprochen territoriale Wesen sind und ihr Gebiet verteidigen“, erläutert der Berliner Paartherapeut Clemens von Saldern. Nicht nur im Arbeitszimmer kann man das beobachten, sondern auch in der Küche, wo es zu großen Konflikten kommen kann, wenn einer kocht und der andere kommentiert. Seiner Beobachtung zufolge gibt es beim gemeinsamen Wohnen zahlreiche kleine Territorialkämpfe.

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