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Wohnungsausstattung : Was gönn’ ich meinem Mieter?

  • -Aktualisiert am

Naturstein -oder Blümchenfliesen?

Dafür stellen Münchner Vermieter fast immer die Küche. „Die will ja kein Mieter mitschleppen, und in den seltensten Fällen passt sie überhaupt in die nächste Wohnung hinein“, sagt Martin. Aber: Schön ist oft anders. Häufig findet er rustikale Achtziger-Jahre-Küchen in Holzoptik vor und rät dringend davon ab: „Selbst auf diesem Wohnungsmarkt ist das für viele ein Ausschlusskriterium. Klassische weiße Modelle mit glatten Oberflächen gehen immer.“

Wer als Mieter dennoch unbedingt Farbe braucht, kann die auch selbst mit Dekorfolie auf Küchenschränke und Badfliesen bringen, wenn sie sich problemlos ablösen lässt. Oder mit Fliesenfarbe. Uralte WCs und Handwaschbecken darf ohnehin jeder selbst ersetzen. Nur wenn sie kaputt oder verkratzt sind, muss der Vermieter neue kaufen. Der dringende Tipp von Mieterschützer Wall ist aber: „Heben Sie die alten Dinge unbedingt auf. Für den Fall, dass Ihr Vermieter beim Auszug darauf besteht, alles im Originalzustand vorzufinden.“

An das Erneuern von Fliesen sollte sich der Mieter dagegen nie ohne das schriftliche Einverständnis des Vermieters wagen. Sonst trägt er doppelte Kosten, wenn er später alles wieder herausreißen muss. Womöglich hat der Vermieter bei Langzeitmietern sogar ein Einsehen und hilft finanziell bei der Badrenovierung. Im dümmsten Fall treibt er die Kosten später über eine Mieterhöhung ein. „Grundsätzlich hat der Mieter keinen Anspruch auf Verbesserung, nur weil die Fliesen nicht mehr modern sind“, sagt Mieterschützer Wall.

Holz ist Trend

Bei den Böden ist das anders: Beim Parkett kann man alle 15 Jahre fordern, dass es abgeschliffen wird, wenn es große Abnutzungsschäden hat. Ein Teppich gilt sogar nach sieben bis zehn Jahren als austauschfähig. Der Ausstattungstrend geht aber eindeutig in Richtung Holzfußböden, darauf lebt bereits die Hälfte der Münchener. In Berlin und Hamburg nur jede Vierte, hier gibt es den meisten Nachholbedarf. Üblich ist auch in Regionen wie dem Ruhrgebiet, dass Wohnungen mit nacktem Estrich übergeben werden und die Bewohner selbst für den Bodenbelag sorgen müssen. In der Regel haben Vermieter auch wenige Einwände, wenn Mieter auf eigene Kosten Laminat verlegen wollen, das kann man notfalls gut entfernen. Es sollte nur eine Trittschalldämmung haben, sonst könnten die Nachbarn prozessieren. Einige haben damit sogar vor Gericht gewonnen. Parkett verlegen die Besitzer lieber selbst.

Investieren Vermieter in die Ausstattung, dann können sie auch höhere Mieten verlangen. Die Mietpreisspiegel definieren für jede Stadt, wie hoch der Aufschlag für bestimmte Features sein darf, in Frankfurt sogar auf den Cent genau: Hier bringt ein großes, modernes Bad 1,66 Euro mehr beim Quadratmeterpreis. Ein Frankfurter Bad hinter Küche oder Schlafgemach dagegen bringt einen Abzug von 44 Cent. Für Echtholzparkett kann der Vermieter 71 Cent mehr verlangen. In München gibt es Abzüge, wenn das Bad nicht nach 1995 komplett modernisiert wurde und mindestens ein Raum kein hochwertiges Holz oder Laminat hat. In Orten wie Immenstaad am Bodensee gilt erst als mietwertsteigernd, wenn die Sanitärausstattung gehoben ist, es Kachelofen oder Kamin gibt, elektrische Rollläden oder eine Sauna. Über den Kamin denkt auch Ingrid Wiedemeyer gerade nach.

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