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Neue Rolle für Verwalter : Was Wohnungseigentümer jetzt wissen müssen

Gut in Schuss – aber auf der Höhe der Zeit, wenn es um Barrierefreiheit, Glasfaseranschluss und eine gute Energiebilanz geht? Bild: Picture-Alliance

Die Parteien streiten über die Reform des Wohnungseigentumsgesetzes. Jetzt zeichnen sich Änderungen ab. Was bedeutet das für Eigentümer und Verwalter?

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          Eigentlich wollen alle mit der Novelle des Wohnungseigentumsgesetzes (WEG) nur eins: weniger Streit in der Wohnungsverwaltung und mehr Klimaschutz. So formuliert es der Sozialdemokrat Johannes Fechner, Obmann im Ausschuss Recht und Verbraucherschutz des Deutschen Bundestags. Und so sagen es auch Vertreter der CDU, des Verbands der Immobilienverwalter (VDIV) und die Interessenverbände der Wohnungseigentümer. Was dagegen niemand will: den Einfluss der Wohnungseigentümer verringern. Doch nicht nur Verbraucherschützer haben davor gewarnt, dass der Gesetzesentwurf trotz gegenteiliger Absicht genau diese Gefahr berge. Nun haben Vertreter der Koalition angekündigt, den Entwurf diesbezüglich ändern zu wollen. Einig ist man sich offenbar darin, dass der Verwalter, anders als vorgesehen, weniger Befugnisse haben soll.

          Birgit Ochs

          Verantwortliche Redakteurin für „Wohnen“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Lange sah es so aus, als würde die Novelle nahezu reibungslos und fast unbemerkt von der Öffentlichkeit über die politische Bühne gehen. Das Bundesjustizministerium schien aufs Tempo zu drücken, das Kabinett hatte den Gesetzesentwurf während des Lockdowns beschlossen, und nach der ersten Lesung im Bundestag Anfang Mai plante die Koalition, das umfassend reformierte Regelwerk vor der Sommerpause zu verabschieden. Dazu wird es wohl nicht kommen. Die teils heftige Kritik seitens der Eigentümerverbände, aber auch vom Deutschen Anwaltverein und dem Richterbund ist offenkundig nicht ohne Wirkung geblieben. „Es ist ein hochemotionales Thema, von dem Millionen unmittelbar betroffen sind“, sagt Jan-Marco Luczak, Mietrechtsexperte der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Die Christdemokraten nehmen für sich in Anspruch, verhindert zu haben, dass „das SPD-Justizministerium das Gesetz noch schnell vor der Sommerpause in einem Hauruckverfahren durchpeitscht“. Eine Absicht, die SPD-Mann Fechner als Unterstellung und „glatt gelogen“ zurückweist. Doch Präzisierungsbedarf sieht auch er, und „Gründlichkeit geht vor Eile.“

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