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Mural-Art : Hauswand wird Leinwand

Caspar David Friedrichs Werk stand Pate für ein Mural in Köln-Kalk. Bild: Florian Yeh

Großformatige Wandbilder werten Straßen und ganze Städte auf. Eine Stiftung bringt Klassiker der Kunstgeschichte neuinterpretiert auf Fassaden.

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          Die junge Frau auf der Bank sieht ihr Gegenüber trotzig und ganz direkt an. Die dunklen Augen unter den schweren Lidern strahlen aus: Sie hat gerade keine gute Zeit. An was oder wem sie sich wohl innerlich abarbeitet? Bestimmt nicht an den gefällig-glatten Fassaden der Häuser, die die Grenze zum Hafenviertel, Offenbachs neuem Vorzeigequartier, bilden. Wer die junge Schöne wohl ist, ob man sie kennen muss, fragen sich die Passanten – und, wenn er nicht gerade im Steiger mehrere Meter über dem Boden schwebt, auch Andreas von Chrzanowski, Künstlername Case Maclaim. Der Graffiti-Artist sprayt und malt in der letzten Aprilwoche seine Interpretation des 1896 entstandenen Bilds „Sogni“ (Träume) von Vittorio Matteo Corcos über Eck auf die Fassade eines Mehrfamilienhauses am Offenbacher Nordring (Foto rechts oben). Wenn sie die Antwort hören, fragen die Passanten auch: Wie kommt ein so altes Motiv auf eine Hauswand in ihrer Stadt? „Die Menschen hier beschäftigt das sehr“, sagt Chrzanowski.

          Birgit Ochs
          Verantwortliche Redakteurin für „Wohnen“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Es ist nicht das erste Mural, wie die großformatigen Wandbilder heißen, das der Frankfurter in Anlehnung an ein Vorbild aus der Kunstgeschichte anfertigt. In Bonn hat er das Gemälde „Rast vor einer Schenke in südlicher Landschaft“ aus der Mitte des 17. Jahrhunderts, in Gelsenkirchen Carl Spitzwegs Miniatur eines „Schmetterlingsfänger“ groß in Szene gesetzt.

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