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Von den Nachbarn geformt

Text von JUDITH LEMBKE
Fotos von VERENA MÜLLER

25. November 2021 · Außen schwarz, innen Schneckenhaus: Im Zentrum einer badischen Kleinstadt steht ein Haus, das von allen Seiten überrascht.

Ein mörderseelenschwarzes Haus inmitten eines 3200-Seelen-Nests am Schwarzwaldrand. Das muss einem doch schon aus der Ferne ins Auge springen! Aber das Gegenteil ist der Fall. Die Adresse stimmt, doch wo steckt das Haus?

Es liegt zwar in der Ortsmitte, aber auf einer Restfläche, dicht umschlossen von den Nachbarhäusern. Es duckt sich nicht weg, aber die Nachbarn kommen ihm so nah wie sonst nur in einer italienischen Kleinstadt und nicht in einer badischen. Und auch der Zuschnitt des Grundstücks ist speziell.

Das Gebäude nimmt die Steigung des Geländes auf. Zum Eingang zeigen sich zwei Geschosse, zum Garten nur eins.
Das Gebäude nimmt die Steigung des Geländes auf. Zum Eingang zeigen sich zwei Geschosse, zum Garten nur eins.

Doch Bauherr Daniel Häßler wollte im „Städtle“ bleiben, wie er sagt, ein Neubaugebiet am Rand war für ihn keine Option. Und so entschied sich Häßler, der neben seinem Hauptberuf als Gärtner auch im Gemeinderat aktiv ist, vorzumachen, wie es auch gehen kann in der Provinz: für den Neubau keinen frischen Boden beanspruchen, sondern einen Flecken, der jahrzehntelang ungenutzt dalag.

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