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Spaniens Provinz : Land im Ausverkauf

Rasante Entwicklung: Fernab der Küsten und Zentren verlieren die Regionen ihre Einwohner. Bild: Getty

Spaniens Provinz verödet. In Asturien und Galicien kosten ganze Dörfer so viel wie sonst ein Einfamilienhaus. Die Angebote sind ausgefallen: Klöster mit Kirchen, mittelalterliche Türme, Ruinen – und Weinkeller.

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          Bei Elvira Fafian steht das Telefon nicht mehr still. „Wir werden mit Anfragen regelrecht überflutet“, sagt die Spanierin. Ihre Immobilienagentur heißt „Aldeas Abandonadas Real Estate“ und vermittelt in Spanien nicht nur einzelne Häuser, sondern ganze Dörfer. In diesen Tagen sind 125 Orte im Angebot. Mit lästigen Mietern müssen sich die Käufer nicht herumschlagen: Niemand wohnt mehr dort. „Aufgegebene Dörfer“ heißt übersetzt der Name des Maklerbüros mit Sitz in Barcelona und mehreren Niederlassungen in anderen Teilen des Landes.

          Hans-Christian Rößler

          Politischer Korrespondent für die Iberische Halbinsel und den Maghreb mit Sitz in Madrid.

          Man muss nicht reich sein, um sich in Spanien ein eigenes Dorf leisten zu können. Von 30.000 Euro bis sieben Millionen Euro reichen die Preise. Je näher die verlassenen Ortschaften an Großstädten wie Madrid und Barcelona oder an der Küste liegen, desto mehr kosten sie. Dazu kommen die Renovierungskosten. Die sind oft ein Vielfaches höher als der Kaufpreis. Bei Burgos in der Landesmitte sind zum Beispiel 75 leerstehende Häuser für 425.000 Euro zu haben. Das Angebot ist vielfältig und befriedigt auch ausgefallene Wünsche. Dazu zählen unbewohnbare Ruinen, Klöster samt Kirchen, Mühlen, mittelalterliche Türme, Weinkeller und Getreidespeicher – bei Bedarf auch mit einer Schafherde. Im Norden des Landes können Käufer zwischen Wohnorten an der wilden Atlantikküste und am Pilgerweg nach Santiago de Compostela wählen.

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