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Steigende Weinberg-Preise : Begehrte Lagen

Die Preise für Weinberge steigen: Im französischen Roussillon kostet ein Hektar Anbaufläche noch zwischen 10.000 und 15.000 Euro. Im Landesvergleich ist das günstig Bild: Klaus Simon

Weinberge in Frankreich werden teurer. Vor allem die Champagnerflächen treiben den Kaufpreis der Anbaugebiete in die Höhe, aber auch die Exportgegenden Bordeaux, Burgund und Cognac sorgen für einen Anstieg.

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          Genaue Zahlen gibt es nicht, aber schätzungsweise haben sich 40 bis 50 Deutsche in Frankreich niedergelassen, um dort wie Thomas Teibert und die Bantlins ihren eigenen Wein anzubauen oder als Kellermeister zu arbeiten. Von deren Region, dem Roussillon, sagt Philippe Mario, ein Steuerberater aus Perpignan, der sich auf das Weingeschäft spezialisiert hat: „Die Preise hier sind noch nicht so stark gestiegen wie anderswo. Jetzt zu investieren, könnte keine schlechte Idee sein.“

          Christian Schubert

          Wirtschaftskorrespondent in Paris.

          Von Bodenpreisen wie im Burgund, wo kürzlich ein Chinese 8 Millionen Euro für eine bekannte Domaine mit 2 Hektar Land bezahlte, ist das Roussillon weit entfernt. Hier sind Flächen zwischen 10000 und 15000 Euro pro Hektar zu haben. Im Landesvergleich ist das günstig. Lagen, die allerdings das AOC- oder AOP-Zertifikat tragen, kamen nach Angaben der Organisation FN-Safer 2010/2011 auf einen Durchschnittspreis von 99400 Euro je Hektar. Vor zehn Jahren lagen sie noch ungefähr bei 85000 Euro.

          Die Bandbreite ist äußerst groß. Der Preisanstieg wird vor allem von den teuren und sehr begrenzten Champagnerflächen getrieben, aber auch von den Exportgegenden Bordeaux, Burgund und Cognac. Nicht-AOP-Lagen dagegen gaben in den vergangenen zwanzig Jahren durchschnittlich von 15000 Euro auf rund 11000 Euro je Hektar nach.

          Staatliche Hilfen für französische Winzer

          Jeder Einsteiger müsse genau bedenken, worauf er sich einlasse, warnt Mario. Fachkenntnisse und ein großer Arbeitseifer sind selbstverständlich Grundvoraussetzung. Einen Winzer anzustellen, empfiehlt er nicht. Die guten würden es in der Regel auf eigene Faust probieren, mit den anderen gebe es oft Schwierigkeiten.

          Mario spricht aus Erfahrung, denn er erbte ein Weingut, trennte sich jedoch davon, weil er es nicht selbst bestellen wollte. Im Roussillon wie anderswo in Frankreich sind etliche Weingüter im Angebot, oft mit eigenem Château. Denn viele gealterte Eigentümer finden keine Nachfolger, zudem erschweren die hohen Erbschaftsteuern in Frankreich den Erhalt im Familienbesitz.

          Als Winzer kann man in Frankreich eine Reihe staatlicher Hilfen erhalten, die allerdings erheblichen bürokratischen Aufwand mit sich bringen. Zudem gibt es in ganz Frankreich 26 gemeinnützige Organisationen namens Safer (www.safer.fr), die einem bei Grundstücks-Transaktionen helfen und beim Aufbau von landwirtschaftlichen Betrieben beratend zur Seite stehen. Viele Winzer arbeiten aber auch mit spezialisierten Steuerberatern und Wirtschaftsprüfern zusammen.

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