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Was für ein Ding! : Eine Linie von Stadt

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Der Strich in der Landschaft von Saudi Arabien soll eine Stadt sein. Bild: Screenshot Neom

Spektakuläre Bauprojekte in der Wüste waren lange Zeit eine Spezialität der Emirate. Nun will auch Saudi Arabien mitmischen. Das jüngste Vorhaben: The Line. Der Name ist Programm.

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          Schon mal von Neom gehört, der 500 Milliarden Dollar teuren Stadt, die gerade in Saudi Arabien entsteht? Wo im Dunkeln die Strände leuchten und Flugtaxis abheben (hallo, Dorothee Bär), wo es automatische Butler geben soll, die die Häuser putzen, und eine Art Jurassic Park mit elektronisch gesteuerten Echsen? Kurzum: Es ist eine ziemliche irre Angelegenheit.

          Das Gebiet soll von mehr Robotern als Menschen bewohnt und durch Solarpaneele und Windparks mit Energie versorgt werden. Und nun hat Kronprinz Muhammad bin Salman, der sich gern in Superlativen geriert, in einer Silicon-Valley-artigen Keynote noch eine Schippe draufgelegt. Mitte Januar hat er „The Line“ vorgestellt, einen 170 Kilometer langen Stadtgürtel für eine Million Bewohner. Wie ein Band soll sich die Megacity, die aus miteinander verbundenen Gemeinden besteht, durch die Wüste ziehen und nach ihrer Vollendung die Küste des Roten Meeres mit dem Nordwesten Saudi-Arabiens verbinden.

          Es soll gemäß der Ankündigung keine Autos dort geben und nicht einmal Straßen, weil alle Dinge des täglichen Bedarfs weniger als fünf Gehminuten entfernt seien. Zugegeben: Mehr wären bei nicht gerade fußgängerfreundlichen Temperaturen von 40 Grad aufwärts im Sommer wohl auch nicht angenehm. Die restliche Infrastruktur soll unter die Erde verlegt werden. Für längere Strecken beispielsweise soll eine Hochgeschwindigkeits-U-Bahn entstehen, die Bewohner und Güter in weniger als 20 Minuten von einem Ende zum anderen bringe. Wie das funktionieren soll? Durch Künstliche Intelligenz: Die ganze Stadt sei hochvernetzt und könne so selbständig vorausplanen. Jetzt brauchte es nur noch einen Zug: Mit 510 Stundenkilometern müsste er rund ein Viertel schneller sein als Japans derzeit schnellster Hochgeschwindigkeitszug, der sich noch in der Testphase befindet. Natürlich emissionsfrei. „Warum sollten jedes Jahr sieben Millionen Menschen durch Luftverschmutzung sterben? Warum sollten wir jedes Jahr eine Million Menschen durch Verkehrsunfälle verlieren?“, fragte bin Salman während der Präsentation der Stadt, die bisher nicht viel mehr als ein Gedankenspiel zu sein scheint, obwohl die Bauarbeiten schon im ersten Quartal 2021 beginnen sollen. Der Kronprinz bezeichnete die Pläne als eine „zivilisatorische Revolution, die den Menschen an erste Stelle setzt“. Allein das wäre ein Novum für sein Land.

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