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Saikai-Gärten : Große Gartenkunst auf kleinem Raum

  • -Aktualisiert am

Auf der Dolomitplatte wachsen Moose, Steinbrech und sogar kleine Bäume. Bild: Jens Haentzschel

Hier sind die Naturgesetze verschoben: In Saikai-Gärten sind Bäume nicht größer als 50 Zentimeter. Wie der kleine Bruder Bonsai kommen auch die Miniaturgärten aus Fernost.

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          Die Schere ist frisch geschliffen, die kleine Zange liegt gut in der Hand, auch Pinzette und Kleber dürfen nicht fehlen und sind griffbereit. Karl-Heinz Härtl beugt sich über den Tisch, um noch genauer zu schauen, wo er mit seiner Arbeit beginnt. Vor ihm stehen gleich Dutzende Gärten. Ihre Eigenheit: Es sind Miniaturgärten, so behutsam mit ganz unterschiedlichen Pflanzen angelegt, dass der Betrachter nur staunen kann. Hier sind die Naturgesetze verschoben, Bäume nicht größer als 50 Zentimeter. Steine und Substrat formen grazile Landschaften. Stauden, Gräser, Sukkulenten und Moos sorgen für Abwechslung und Farbe.

          Die Basis dieser kleinen Gärten bilden Steinplatten, die mal einen halben Meter lang, mal nur zwei Dutzend Zentimeter kurz sind. Dass das vermeintlich Kleine hier seinen großen Auftritt hat, liegt an der Geschicklichkeit von Karl-Heinz Härtl. Schließlich wachsen auf den schweren Dolomitplatten als Untergrund vielfältige Pflanzen. Berg-Alpenglöckchen (Soldanella montana) und Vorfrühlings-Steinbrech (Saxifraga apiculata) bilden den Unterwuchs zu einer Weißen Scheinzypresse (Chamaecyparis thyoides). Immergrüne Kriech-Heckenkirschen (Lonicera pileata) stehen neben Rot-Buchen (Fagus sylvatica). Die Mischung macht es. Je nach Jahreszeit präsentieren sich die Platten als packendes Farbenspiel oder im Frühling als Blütenspektakel. Selbst mit heimischen Waldorchideen wie dem Kriechenden Netzblatt (Goodyera repens) lässt sich zauberhaft gestalten, erzählt Härtl.

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