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Sachverständige zum Wohnungsmarkt : Keine Immobilienblase in Deutschland

  • Aktualisiert am

Wohnungen in Frankfurt Bild: Lisowski, Philip

Seit 2007 sind die Mieten in den Städten im Schnitt um ein Fünftel angezogen, die Kaufpreise sind mitgestiegen. Der Rat der Immobilienweisen glaubt: Eine Blase ist das nicht.

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          Mieten und Preise für Wohneigentum in Deutschland werden einem Expertengremium zufolge in diesem Jahr weiter steigen - aber etwas langsamer als 2013. Der sogenannte Rat der Immobilienweisen rechnet in seinem am Dienstag veröffentlichten Frühjahrsgutachten mit einem durchschnittlichen Plus von etwa drei Prozent. Im vergangenen Jahr waren die Mieten noch um gut drei Prozent geklettert, die Preise für Wohnungen um 3,5 Prozent und die für Einfamilienhäuser um 4,3 Prozent.

          Hinweise für eine Blase am Immobilienmarkt sehen die Experten um den Freiburger Ökonomen und Regierungsberater Lars Feld nicht - obwohl seit 2007 die Mieten in den Städten im Schnitt um ein Fünftel und die Kaufpreise für Eigentumswohnungen in kreisfreien Städten Westdeutschlands sogar um 23 Prozent anzogen. „Der Anstieg war und ist fundamental begründet und nicht Ausdruck eines Überschießens der Preise“, erklärten die Gutachter, die ihre Studie im Auftrag des Branchenverbandes Zentraler Immobilien Ausschuss (ZIA) anfertigten. Der Preisanstieg für deutsche Immobilien verlaufe zudem „auf niedrigem Niveau und deutet eher auf Nachholeffekte hin als auf eine breit angelegte Übertreibung“.

          Auch aus der gestiegenen Bautätigkeit ließen sich „kaum Überhitzungstendenzen“ ablesen, ebenso wenig aus der Ausweitung des Kreditvolumens für den Wohnungsbau. „Eine Überhitzungsgefahr lässt sich aktuell kaum erkennen“, sagte Feld.

          Wohneigentum bleibe zudem erschwinglich: Für eine 125 Quadratmeter große Eigentumswohnung mit gehobener Ausstattung mussten 2005 noch 7,85 des durchschnittlichen Nettojahreseinkommens aufgewendet werden, 2013 waren es nur 7,75 des Jahreseinkommens.

          Kritik übte das Expertengremium an der von der großen Koalition vereinbarten Mietpreisbremse. „Die politischen Rahmenbedingungen schüren Unsicherheit“, schrieben die Experten. „Das Angebot an Wohnraum dürfte dann merklich ausgeweitet werden, wenn Vermietungen für Investoren genügend Rendite erbringen. Dementsprechend ist eine Obergrenze für Mieten kontraproduktiv.“

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