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Potsdam : Begehrte Wohnlage

  • -Aktualisiert am

„Potsdam lebt von der Schönheit”: Gärtner vor dem Neuen Palais Bild: dpa

Potsdam ist mittlerweile als Weltkulturerbe anerkannt. Das honorieren auch die Immobilienkäufer: Wohnimmobilien in der Stadt sind begehrt. Für das laufende Jahr werden weiter steigende Preise erwartet.

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          Tradition verpflichtet und bereitet Wege in die Zukunft. Auch in Potsdam hat sich das bewahrheitet. Die Stadt, die seit 1990 aufgrund ihrer einzigartigen Kulturlandschaft in weiten Teilen von der Unesco als Weltkulturerbe anerkannt ist, verzeichnet nicht nur stetig steigende Bevölkerungszahlen, sondern verfügt auch über einen der stabilsten Wohnimmobilienmärkte in Deutschland.

          Wer Überschaubarkeit und historische Immobilienwerte sucht, der ist in Potsdam an der richtigen Adresse. Hinzu kommt, dass sich die Hauptstadt Brandenburgs in den vergangenen Jahren zu einem international beachteten Wissenschafts- und Medienstandort entwickelt hat. Von Rückwärtsgewandtheit keine Spur.

          Neuer Flächennutzungsplan für eine wachsende Stadt

          Damit das auch so bleibt, wird in Potsdam der Weg nach vorn abgesteckt. Ein neuer Flächennutzungsplan soll dafür sorgen, dass familienfreundlicher Wohnraum und Geschosswohnungsbau für alle Einkommensgruppen in ausreichender Zahl zur Verfügung stehen. „Vor allem Mietwohnungen sind Mangelware“, berichtet Bernd Kahle, Bereichsleiter Stadtentwicklung in Potsdam.

          Auch Wohnungen im Plattenbau sind in Potsdam gefragt, die Leerstandsquote liegt bei 3 Prozent

          Die wichtigsten Aufgaben sieht er in einer behutsamen Nachverdichtung der Innenstadt und einem vielfältigen Wohnraumangebot, das auch das mittlere und untere Preissegment bedient. „Wir gehen davon aus, dass Potsdam bis zum Jahr 2020 jährlich um etwa 1000 Personen auf dann 164.000 Einwohner wächst. Das entspricht einem Bedarf von etwa 13.000 neuen Wohneinheiten“, erläutert Kahle.

          Das Stadtbild soll großzügig bleiben

          Eine besonnene Vorgehensweise der Stadtplaner ist also notwendig. Es gilt nicht nur Rücksicht auf den Welterbe-Status zu nehmen, sondern auch das großzügige Stadtbild zu erhalten. In Anbetracht des eingeschränkten Handlungsspielraums einer wachsenden Stadt ist das eine Herausforderung.

          Die Vorzüge dieses außergewöhnlichen Standorts sind bei Immobilienkäufern aus dem In- und Ausland kein Geheimnis mehr. „Potsdam hat sich in den vergangenen Jahren überdurchschnittlich entwickelt und spielt inzwischen in der obersten Liga der hochwertigen Wohnstandorte mit“, berichtet Günter Fischer vom Maklerverbund Engel & Völkers Potsdam.

          Es gibt kaum Leerstand

          Der Immobilienfachmann geht davon aus, dass die Preise in den kommenden Jahren weiter steigen werden. Denn der Standort ist wegen seiner von Wasser umgebenen Lage nicht beliebig erweiterbar, und die Leerstandsquote ist mit 3 Prozent sehr gering. Hinzu kommt, dass die Zahl der hochwertigen historischen Villen und Mehrfamilienhäuser in Spitzenlagen überschaubar ist. „Wir sprechen von ungefähr 500 Villen und 5000 Wohnungen“, schätzt Fischer.

          Außerdem schließen sich in den bevorzugten Lagen die letzten Baulücken - und unsanierte Villen, die in den neunziger Jahren sehr begehrt waren, gibt es so gut wie keine mehr. Die herrschaftlichen Anwesen mit Wasserzugang in der Berliner Vorstadt oder in der Villenkolonie Babelsberg werden inzwischen für Preise zwischen 2 und 6 Millionen Euro gehandelt. Auch die Nachfrage nach Eigentumswohnungen hat angezogen. Sie kosten je nach Ausstattung und Standort zwischen 2000 und 3800 Euro je Quadratmeter. „Ich gehe davon aus, dass im kommenden Jahr die 4000-Euro-Marke überschritten wird“, prognostiziert Fischer.

          Die Mieten könnten noch steigen

          Anders als die Kaufpreise haben sich die Mieten dem Wohnkomfort des Standorts bisher nicht angepasst. „Hier gibt es noch Spielraum nach oben“, meint Fischer. Zurzeit könne eine hochwertig sanierte Altbauwohnung in der Berliner Vorstadt noch für unter 10 Euro je Quadratmeter gemietet werden. Wohnungen in sanierten Plattenbauten seien für 5,50 Euro je Quadratmeter zu haben.

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