https://www.faz.net/-gz7-128b7

Luxus-Yachthafen : Porto Montenegro statt Portofino

  • -Aktualisiert am

Hafen von Montenegro - die kitschig-natürliche Abendstimmung wird inklusive sein Bild: Porte Montenegro

An der Küste von Montenegro entsteht ungeachtet der globalen Finanzkrise ein Yachthafen, der höchsten Ansprüchen genügen soll. Das ehrgeizige Projekt treiben namhafte Investoren voran und nimmt den Wettbewerb mit den etablierten Mittelmeer-Marinas auf.

          4 Min.

          Es muss Liebe auf den ersten Blick gewesen sein. Als Peter Munk vor fünf Jahren mit einem Hubschrauber die Bucht von Kotor überflog, zeigte sich der kanadische Milliardär von diesem Teil der montenegrinischen Adria-Küste begeistert. Vor seinen Augen entfaltete sich nicht nur der größte Naturhafen des östlichen Mittelmeers in seiner ganzen Schönheit. Überwältigt war er auch von der Berglandschaft direkt in Küstennähe.

          Seine anfängliche Reserviertheit gegenüber dieser kleinen, gerade nach politischer Unabhängigkeit von Serbien strebenden Nation wich augenblicklich. An ihre Stelle trat ein ehrgeiziger Plan, der inzwischen konkrete Gestalt annimmt: In der Bucht von Kotor, auf dem Gelände des ehemaligen Marinestützpunkts Tivat, entsteht ein neuer Treffpunkt der Schönen und Reichen - ein Yachthafen vom Feinsten, der es mit den Luxus-Destinationen am Mittelmeer wie Monte Carlo und Porto Cervo aufnehmen soll.

          Eine 100 Millionen Euro schwere Investition

          In diesem Sommer, wenn der Hafenbetrieb in „Porto Montenegro“ mit den ersten 90 fertiggestellten Liegeplätzen anläuft, werden mehr als 100 Millionen Euro verbaut sein. Auch die ersten 30 Wohnresidenzen können dann wahrscheinlich schon besichtigt werden. Den Auftrag hat sich gerade der österreichische Strabag-Konzern gesichert. Für die erste Ausbauphase, die in den nächsten Jahren abgeschlossen werden soll, stehen nach Angaben von Hauptfinanzier Munk 300 Millionen Euro zur Verfügung.

          Auf 650 Liegeplätze für Yachten aller Größenklassen kann die Kapazität aufgestockt werden - inklusive Trockendock und Reparatureinrichtungen. Gleichzeitig entsteht an Land ein buntes Gemisch aus Wohnanlagen, Hotels, Restaurants, Einkaufsmöglichkeiten und Sportanlagen. Für den Jetset, der sich rasch auf seine Yacht einfliegen lassen will, liegt der Flughafen von Tivat nur sieben Kilometer entfernt.

          Vorbild Monaco

          Es ist die Geschichte von Monaco, die die Phantasie der politischen Führung von Montenegro auf dem Weg in die Unabhängigkeit beflügelte. Als das kleine Fürstentum im 19. Jahrhundert seine volle Souveränität von Frankreich erhielt, vergab es die Betriebserlaubnis für ein Casino und führte ein großzügiges Steuersystem ein. Luxushotels siedelten sich an, die reiche ausländische Touristen anzogen. Der bekannte Yachthafen von Monte Carlo entstand. Reiche Engländer und russische Aristokraten sorgten für die notwendige finanzielle Unterstützung eines Konzepts, das dem kleinen Monaco schließlich zu ungeahntem Wohlstand verhalf.

          Diese Historie war für die montenegrinischen Politiker auf dem Weg in die Unabhängigkeit so etwas wie ein Master-Plan. Auch die Rolle der einstigen reichen Engländer und Russen für die unentbehrliche Anschubfinanzierung ist inzwischen vergeben. Eine Gruppe namhafter und vor allem vermögender Investoren hat sich in den vergangenen Jahren zusammengefunden. Angeführt wird sie von Munk als wesentlicher treibender Kraft hinter dem Projekt - und größter Geldgeber. Er erlangte seinen Reichtum vor allem durch die Gründung des Rohstoffunternehmens Barrick Gold, das unter seiner Führung zum größten Goldminenkonzern der Welt aufstieg. Ihm zur Seite stehen unter anderen der britische Bankier Jacob Rothschild, der französische LVMH-Chef Bernard Arnault, der russische Rohstoffmagnat Oleg Deripaska und der als reichster Unternehmer Ungarns geltende Sándor Demján.

          „Wir brauchen keine Kredite“

          Weitere Themen

          Das verborgene Universum

          Kostbarer Boden : Das verborgene Universum

          Boden ist wertvoll, nicht nur als Bauland. Unter unseren Füßen tut sich eine ganz eigene Welt auf, die das Leben über der Erde erst möglich macht.

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.