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Luxus-Yachthafen : Porto Montenegro statt Portofino

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Vor dem Hintergrund der Finanzkrise, die die Weltwirtschaft fest im Griff hat, wirkt das Geschehen an der Küste von Montenegro fast schon anachronistisch. Doch in der Darstellung von Munk ist das Projekt weitgehend krisenresistent. Bedroht die restriktivere Kreditvergabe der Banken für große Immobilienprojekte das Vorhaben? „Wir brauchen keine Kredite“, beantwortet der Kanadier diese Frage. Porto Montenegro werde komplett durch Eigenkapital finanziert.

Auch die Verheerungen, die die Finanzkrise in den Vermögen der wichtigen Kundengruppe der russischen Oligarchen anrichtet, interpretiert Munk eher als großen Vorteil für Porto Montenegro. Die vermögende Kundschaft bekommt in der neuen Marina den Standard der anderen Luxus-Mittelmeerhäfen geboten - bei gleichzeitig geringeren Unterhaltskosten.

Der Verkauf läuft an

Die Vermarktung der Liegeplätze und Wohneinheiten ist inzwischen in Gang gekommen. Die Federführung hat das Maklerunternehmen Knight Frank in London und Moskau übertragen bekommen. Für die Liegeplätze der Yachten wird eine Tiefe von viereinhalb bis 16 Metern angegeben - geschützt durch einen bergartigen Hafendamm, der den Gezeitenunterschied gering hält und Strömungen verlaufen lässt. Die Wohnresidenzen werden als Stadthäuser, Apartments, Penthäuser, aber auch individuell gestaltete Gebäude und Zweifamilienhäuser angeboten. Kein Gebäude hat mehr als fünf Stockwerke.

Idealerweise sollen Liegeplätze und Wohnresidenzen im Doppelpack Käufer finden. Zumindest ist die Preisgestaltung entsprechend ausgelegt. So erhalten Käufer auf die Liegeplätze für ihre Schiffe einen Nachlass von 75 Prozent über den Zeitraum von drei Jahren, wenn sie gleichzeitig eine Residenz am Hafen kaufen. Die Wohneinheiten werden nach den Verkaufsunterlagen in der Größe von 65 bis 500 Quadratmetern angeboten und sollen zwischen 4000 und 8500 Euro je Quadratmeter kosten, wobei der Durchschnitt bei rund 6000 Euro pro Quadratmeter liegt - inklusive Steuern. „Alle Residenzen in Porto Montenegro werden mit einem gesicherten Eigentumsrecht verkauft“, heißt es in den Unterlagen. Es gebe keine Einschränkungen für den Wiederverkauf der Apartments oder Liegeplätze, sobald der Eigentümer das Grundrecht erworben habe.

Kleines Land, große Pläne

Tatsächlich bemüht sich die noch junge Republik Montenegro, mit einem großen Entgegenkommen ihren Teil zur Erfüllung des Traums vom zweiten Monaco beizutragen. So verfügt beispielsweise der junge Australier Oliver Corlette als verantwortlicher Projektleiter von Porto Montenegro, wenn es darauf ankommt, über einen direkten Draht zur Regierung. „Das Land ist klein genug, um große Dinge zu vollbringen“, lautet seine Einschätzung.

Einen Blick in die Zukunft Montenegros als aufstrebender Treffpunkt der Superreichen gewährte schon wenige Monate nach der Unabhängigkeit 2006 der James-Bond-Film „Casino Royale“. Die Schlüsselszene des Films - ein Pokerduell zwischen dem britischen Geheimagenten und seinem Kontrahenten Le Chiffre - siedelten die Drehbuchautoren in der einstigen jugoslawischen Teilrepublik an. Sie wollten ihrer Zeit offensichtlich voraus sein. Ein edles Hotel mit einem Casino für höchste Ansprüche war in dem Streifen zu bewundern, umrahmt von einem malerischen Straßenbild aus engen Gassen und gemütlichen Restaurants. Die Kulissen mussten damals noch in Tschechien und auf den Bahamas aufgebaut werden. Vieles deutet inzwischen darauf hin, dass schon bald an Originalschauplätzen gedreht werden kann.

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