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Hafencity Hamburg : Das Experiment Marco Polo Tower

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Der Marco Polo Tower in der Hamburger Hafencity setzt nicht nur außen Akzente, sondern auch im Innenausbau Bild: Hafencity GmbH

In der Vermarktung des spektakulären Wohnturms in der Hamburger Hafencity gehen die Bauherren neue Wege. Die Luxuswohnungen werden als Rohbau verkauft. Im Innenausbau haben die Käufer freie Hand.

          55 Meter ragt der Marco Polo Tower inzwischen in die Höhe. Mit den versetzten Balkonen auf 16 Geschossen ist er ein Blickfang im neu entstehenden Hamburger Stadtteil Hafencity. Der Rohbau geht in diesen Wochen seinem Ende entgegen. Die ersten Fassadenteile sind angebracht. Doch damit steht der spannendste Teil der Bauarbeiten erst noch bevor. Ende September/Anfang Oktober soll der Innenausbau beginnen. Dann nimmt ein Experiment seinen Lauf, das der Vermarktung von Luxus-Wohnimmobilien ganz neue Möglichkeiten eröffnet - wenn es gelingt.

          Die Hochtief Projektentwicklung und ihr Hamburger Projektpartner Dahler & Company verkaufen die Wohnungen als Rohbauhülle mit einem zentralen Leitungsschacht. Das lässt den Käufern einen ungewöhnlich großen Spielraum an individuellen Gestaltungsmöglichkeiten. „Wir sind die ersten, die das ausprobieren“, sagt Björn Dahler. Die Innenwände und die Leitungen können von den Eigentümern selbst gezogen werden, so dass beispielsweise für Liebhaber einer Badewanne vor der Fensterfront mit Blick auf die Elbe auch diese Extravaganz realisierbar ist.

          Individuelle Sonderwünsche

          Die Innenausstattung dürfte im gesamten Haus unterschiedlich ausfallen, schon wegen der großen Bandbreite an angebotenen Flächen und Preisen: In der Vermarktung sind Wohnungen zwischen 55 und 380 Quadratmetern bei einem Verkaufspreis zwischen 3500 und 11.500 Euro pro Quadratmeter. Die Ausbaukosten kommen dann noch oben drauf. In der Vergangenheit habe es bei solch hochwertigen Objekten regelmäßig Ärger mit Kunden wegen des einen oder anderen Sonderwunsches gegeben, sagt Makler Dahler, der mit 30 Prozent auch einen Minderheitsanteil an der gemeinsamen Projektgesellschaft mit Hochtief Projektentwicklung hält.

          Der Marco Polo Tower ist schon heute ein markanter Punkt der Hafencity in Hamburg

          Mit dem Rohbauverkauf sind die für Käufer wie Verkäufer leidigen Diskussionen über Sonderwünsche auf einen Schlag vom Tisch. Allerdings bedeutet dieses für die wohlhabende Zielklientel verlockende Angebot auch, dass sich demnächst mehrere Innenarchitekten mit mehreren Baufirmen gleichzeitig im Marco Polo Tower bewegen werden. In der Belieferung und Lagerung ist damit das Chaos eigentlich programmiert.

          Ausgeklügeltes Konzept

          Um dies zu verhindern, haben Hochtief, Dahler und das Hamburger Architektenbüro 360 Grad + ein ausgeklügeltes Konzept erarbeitet. „Für die Baustellenlogistik sind ganz klare Regeln aufgestellt, die auch Bestandteil des Kaufvertrages sind“, sagt die für den Marco Polo Tower verantwortliche Hochtief-Projektentwicklerin Vera Spörl. Genau festgelegt ist beispielsweise der Zeitraum, in dem der Außenaufzug für den Transport der Großmaterialien wie Heizungen und Trockenbauwände genutzt werden kann. Die wesentlichen Arbeiten sollen nach drei bis vier Monaten abgeschlossen sein, je nach Größe der auszubauenden Wohnung.

          „Die Erfahrung zeigt, dass die schweren Dinge in den ersten vier bis sechs Wochen der Arbeiten in die Wohnung transportiert werden“, sagt Spörl. Mit einer vernünftigen Planung sei der Innenausbau also locker zu schaffen. Nach dem nun vorliegenden Baulogistikkonzept könnten etwa 25 Wohnungen gleichzeitig ausgebaut werden. „Die von Hochtief sind so vorsichtig: Die hätten das nicht gemacht, wenn sie nicht überzeugt wären, dass das Konzept funktioniert“, äußert sich Dahler kurz vor der heißen Phase optimistisch.

          Die bestehenden Möglichkeiten müssen dabei noch nicht einmal voll ausgelastet werden. Von den 58 Wohnungen im Marco Polo Tower sind 25 kurz vor der Fertigstellung des Rohbaus verkauft. Damit dürften aus heutiger Sicht etwa zwölf Wohnungen parallel ausgebaut werden. Theoretisch sind dann von Januar an die ersten Einzüge möglich. Und spätestens im März wissen alle Beteiligten, ob das Konzept in der Praxis funktioniert.

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