https://www.faz.net/-gz7-xt58

Fertighaus : Libeskind zieht nicht

Graft für Griffner: Entwurf eines Zweifamilienhauses. Bild: Griffner/Graft

Großer Name, großer Erfolg - so einfach ist das in der Hausbau- Branche nicht. Das müssen die Anbieter der Libeskinds Villa erfahren wie auch Ikea. Dagegen hat Griffner-Haus von der Zusammenarbeit mit Matteo Thun profitiert. Nun hat Graft für das Unternehmen aus Österreich geplant.

          Das Medieninteresse war gewaltig, der Werbeaufwand groß, doch der Verkaufserfolg ist bisher ausgeblieben: Mehr als ein Jahr nach der Präsentation hat die Proportion GmbH noch keinen Käufer für ihre „Libeskind Villa“ gefunden. „Das rollt etwas langsamer an, als erwartet“, räumt Geschäftsführer Michael Merz ein.

          Birgit Ochs

          Verantwortliche Redakteurin für „Wohnen“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Im November 2009 kam die Berliner Vertriebsgesellschaft mit den Prototyp nach einem Entwurf Daniel Libeskinds auf den Markt. Der Star-Architekt mit dem Faible für zackige Formen hatte sich wie so viele Kollegen seiner Zunft für die Möglichkeit erwärmt, seinen Hausentwurf in Serie herstellen zu lassen. Allerdings in limitierter Auflage, denn der Bau soll auch Kunstwerk sein; eine Skulptur - zum Kaufpreis zwischen 3 bis 4 Millionen Euro. Nun versuche man, durch Kooperation mit dem Edel-Makler Christies Real Estate die markanten Häuser an die Bauherren zu bringen, berichtet Merz.

          Ikea verändert den Entwurf - das zieht sich

          Während der Libeskind-Entwurf, als ästhetische Revolution gepriesen, den Fertigbau in die absolute Luxusklasse katapultieren sollte, machte wenige Monate später Boklok aus Schweden mit dem Versprechen Furore, den deutschen Großstädtern zu zeigen, wie man günstig Eigenheime baut. Schlicht, aber mit skandinavischer Stilsicherheit und vor allem mit der Zugkraft der Muttergesellschaft Ikea, wollte Boklok die deutsche Hausbaubranche richtig aufmischen. Das Partnerunternehmen Bien Zenker pries das Vorhaben schon als Verkaufsschlager, bevor ein Musterhaus stand. Doch die Macht der Marke - sie zog nicht.

          Ikea-Haus: Der Entwurf muss nachgebessert werden.

          Der kühne Vorstoß geriet zum Debakel. Zum einen regte sich in einigen Städten Widerstand gegen die Ikea-Häuser, zum anderen stellte Stiftung Warentest dem Holzhaus ein schlechtes Zeugnis aus. Nun überarbeitet der Anbieter die Verträge und verändert den Entwurf. „Das zieht sich noch“, sagt eine Sprecherin. Schließlich sollen die Häuser ja weiter günstig sein.

          „O sole mio“

          „Große Namen allein bringen nichts, das Produkt muss passen.“ Thomas Lenzinger, Vorstandsvorsitzender der Griffner-Haus AG, hat gut reden. Denn für das österreichische Unternehmen hat sich die Zusammenarbeit mit einem renommierten Planer ausgezahlt. Vor fast 15 Jahren entwarf der Südtiroler Matteo Thun für Griffner das Typen-Haus „O sole mio“ - das dem Unternehmen wie auch dem Fertigbau ein neues Image bescherte und das Angebot der Branche insgesamt auf ein neues Niveau hob. Thun hatte das Haus mit einem Pultdach versehen, das war damals ein Novum.

          „O sole mio“ war nicht nur ein Medienerfolg sondergleichen. Griffner hat davon kräftig profitiert. Tatsächlich hat sich das Architekten-Haus, wie Thun es geplant hat, zwar nur etwa 30 Mal verkauft. Aber die Typen aus der von den Österreichern in Anlehnung daran konzipierten Pultdach-Serie verkaufte man etwa 200 Mal. „Wir haben uns einen Namen gemacht“, sagt Lenzinger. Auch in Zukunft will das Unternehmen mit bekannten Architekten zusammenarbeiten. „Die kommen auf uns zu“, stellt Lenzinger klar. Noch in diesem Jahr soll ein Zweifamilienhaus präsentiert werden, das in ein urbanes Umfeld passen soll. Geplant haben es Graft, Brad Pitts Lieblingsarchitekten.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Liveblog zu von-der-Leyen-Wahl : Showdown in Straßburg

          Ursula von der Leyen hält Bewerbungsrede vor EU-Parlament +++ Am Abend stellt sich CDU-Politikerin zur Wahl +++ Mindestens 374 von 747 Stimmen nötig +++ Verfolgen Sie alle Entwicklungen im Liveblog.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.