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Park Altenstein : Blühender Teppich

  • -Aktualisiert am

Dieser Teppich ist aus rund 9000 Pflanzen gewebt. Bild: Jens Haentzschel

Teppichbeete waren im 19. Jahrhundert groß in Mode. In Park Altenstein hält eine Gärtnermeisterin die Tradition lebendig.

          5 Min.

          Die Schere ist scharf, und es geht blitzschnell. Auf einem schmalen Holzsteg liegt beziehungsweise hockt Margret Most und dreht sich wie ein Uhrzeiger im Kreis, um die rund 9000 Pflanzen mit einer Schere wieder daran zu erinnern, wer hier das Sagen hat. Mit sicheren Schnitten bändigt die Gärtnermeisterin zwischen Mai und September die dunkelroten Papageienblätter, die sich durch das Beet schlängeln und in den vergangenen Tagen kräftig ge­wachsen sind. Genau da kennt Margret Most wenig Gnade. Wachsen ja, aber nur in kleinen Schüben. Ausbreiten ja, aber bitte ohne die Grenzen zu sprengen. Was resolut klingt, dient in diesem manikürten Beet nur einem Zweck. Die vielen Zierpflanzen und Stauden sollen sich dem Muster unterordnen, in diesem Fall einem kunstvoll verzierten runden Ornament aus Initialen.

          Im Park Altenstein in Thüringen be­wahrt Margret Most eine Tradition, die 1890 erstmals gepflanzt wird und damals einem Modetrend der Beetgestaltung folgt. In der Gartenkunst tauchen im frühen 19. Jahrhundert teppichartig gestaltete Beete meist in Form von Kreisen oder Ellipsen auf. Die Muster: Rosetten, Lilien, Fächeranordnungen oder Rankenornamente.

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