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Trennung : Haus fertig, Ehe auch

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Zweisamkeit ist während der Bauphase selten, kein Wunder, dass es danach oft kracht. Bild: Colourbox.com

Gemeinsam ein Haus bauen - für viele Paare ist das die Erfüllung eines Traums. Aber auch ein Risiko. Warum so viele Beziehungen daran scheitern.

          6 Min.

          Silvia ist keine einfache Partnerin, wenn es ums Wohnen geht. Das weiß sie. Sie hat schon immer hohe Ansprüche an Wohnungen gestellt, die mal ihr Zuhause werden sollten. Luftig und lichtdurchflutet müssen die sein, aber bitte nicht zu offen. Einen besonderen Charme sollen sie haben, aber ohne Altbaumief, und diese gesichtslos gestylten Neubauten sind auch nicht ihr Ding. Schon als sie mit Uwe zusammenzog, war für sie klar: Die 90-Quadratmeter-Wohnung aus den achtziger Jahren würde nur eine Übergangsstation in ihrem Leben sein. Heute, acht Jahre, zwei Kinder, eine ewige Wohnungssuche und einen Umzug ins Reihenhaus später, steht ihr Entschluss fest: Sie will endgültig nicht mehr in Wohnungen leben, die andere nach eigenen Bedürfnissen geplant und an Silvias Geschmack vorbeigebaut haben. Sie will ein eigenes Haus. Im Herbst fangen Uwe und sie an zu bauen. Das macht Silvia jetzt Angst.

          Denn zwei befreundete Pärchen haben bereits das Abenteuer Hausbau hinter sich - und die Ehe inzwischen auch. Kurz nach dem Einzug haben sie sich getrennt. Eine andere Bekannte baut zurzeit und erzählt wöchentlich, worüber sie mit ihrem Mann wieder streitet: die Lage der Eingangstür, die Fliesen und Armaturen im Bad, selbst über die Dicke und Verlegerichtung des Parkettbodens debattieren beide in Permanenz. Silvia weiß, dass sie bei solchen Fragen eigen sein kann und ganz besondere Vorstellungen hat. Wird Uwe das verstehen? Der kann auch ganz schön stur sein. Womöglich wird der Traum vom Haus dann auch für ihre Ehe zum Albtraum. Nicht umsonst sagt der Volksmund: „Baue ein Haus, und du siehst, wie stabil deine Beziehung ist.“ Will Silvia das?

          Bauwütige Paare am Rande des Nervenzusammenbruchs

          Silvia und Uwe heißen zwar im richtigen Leben anders, aber sie zweifeln in genau diesem Moment und aus genau diesen Gründen tatsächlich, ob ihre Beziehung den Wunsch vom Eigenheim übersteht. Dass in dem Sprichwort viel Wahrheit steckt und die beiden alles andere als ein Einzelfall sind, belegen unzählige Ratgeberforen und digitale Kummerkästen, in denen Internetnutzer bang fragen: „Wie belastend ist so ein Hausbau? War es ein Projekt, das eure Ehe noch mehr zusammengeschweißt hat, oder hat es an euch gezehrt - beziehungstechnisch?“ Letzteres ist fast immer der Fall, bestätigen Psychologen, die sich nur zu oft um bauwillige und bauwütige Paare am Rande des Nervenzusammenbruchs kümmern. Manchmal können nur noch die psychologischen Profis dafür sorgen, dass beide am Ende nicht auch noch vor den Trümmern ihrer Beziehung stehen, wenn schon beim Haus nicht ein Stein wie geplant auf den anderen passt.

          Fragt man den Paartherapeuten Peter Bartning, wie häufig der Hausbau der Grund dafür ist, dass Paare zerstritten in seine Praxis kommen, sagt der: „Leider erlebe ich das immer wieder.“ Deshalb sollten alle dringend vor dem Bau bedenken: „Ein Hausbau ist immer eine Krise“, sagt Bartning, „weil er für beide eine immense Belastung bedeutet, sowohl in finanzieller Hinsicht als auch psychisch und physisch, vor allem, wenn man als Bauherr selbst mit anpackt.“ Oder wenn die Schwiegereltern auch noch mithelfen.

          Wie lässt sich das Ehe -Aus verhindern?

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