https://www.faz.net/-gqe-9uv2n

Nachhaltiges Bauen : Ein Haus wie eine Mehrwegflasche

Leben im Labor: In der Experimentaleinheit UMAR im schweizerischen Dübendorf wird klimagerechtes Baumaterial erprobt. Bild: Zooey Braun

Bauen frisst Ressourcen und schädigt das Klima wie keine andere Branche. In Zukunft müssen wir mehr Häuser mit weniger Material bauen – und das schätzen, was schon da ist.

          6 Min.

          Architektur ist immer ein Entwurf für die Welt von morgen. Ob Architekten im Amerika des ausgehenden 19. Jahrhunderts vom Leben und Arbeiten in der Höhe träumten oder Mitte des 20. Jahrhunderts von Großwohnsiedlungen am Stadtrand – eines war stets ausgemacht: Die gebaute Zukunft sollte ganz anders aussehen als das Hier und Jetzt. Die Welt sollte neu, und selbstverständlich besser, auf den Trümmern des Alten entstehen.

          Judith Lembke

          Redakteurin in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Und heute? Wer sich mit Visionären des Bauens von morgen unterhält, bekommt den Eindruck, dass Neubau keine Option mehr ist, sondern Architekten und Bauherren sich auf das besinnen sollten, was schon da ist. Allen voran die „Architects for Future“, eine Allianz von Protagonisten aus der Baubranche, die die Zukunft schon im Namen trägt und gegen den Klimawandel kämpft. „Abriss kritisch hinterfragen“ ist gleich die erste ihrer sieben Forderungen, mit denen sie den Wandel in ihrer Branche vorantreiben will. Statt neu zu bauen, sollten Architekten lieber mit dem Bestand arbeiten. Auch der Bund Deutscher Architekten (BDA), der aus ureigenstem Interesse an neuen Gebäuden interessiert sein müsste, fordert in seinem diesjährigen Positionspapier: „Bauen muss vermehrt ohne Neubau auskommen!“

          Testen Sie unsere Angebote.
          Jetzt weiterlesen

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

          FAZ.NET komplett

          : Neu

          F.A.Z. Woche digital

          F.A.Z. digital – Jubiläumsangebot

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Von wegen sibirische Kälte: So weichen die mittleren Temperaturen im bisherigen Januar 2020 vom Mittelwert 1981 bis 2010 ab.

          Kalte Jahreszeit : Winterhitze

          Vergangene Woche war es zwar endlich etwas kälter, doch mit einem richtigen Winter wird es in diesem Jahr wohl nichts mehr.
          Seit Anfang des Jahres gelten andere Regel für Totalverluste aus Kapitalvermögen: Sie sind nicht mehr voll von der Steuer absetzbar.

          Steuergesetz : Verluste tun jetzt doppelt weh

          Wenn Anleger Geld verlieren, müssen sie oft trotzdem Steuern zahlen. Schuld daran ist ein neues Gesetz, das eigentlich nur grenzüberschreitende Steuergestaltungen regeln sollte.