https://www.faz.net/-gqe-9mwth

Mietspiegel : München muss zehntausende Wohnungsdaten herausrücken

  • Aktualisiert am

Eine Wohnanlage im Münchner Stadtteil Schwabing Bild: dpa

Geklagt hatte der Haus- und Grundbesitzerverein, der der Stadt „Heimlichtuerei“ vorwirft. Verbraucherschützer sind alarmiert.

          Die Stadt München muss bestimmte Mietspiegel-Daten offenlegen. Das hat der Bayerische Verwaltungsgerichtshof in einem am Montag veröffentlichten Urteil entschieden. Dabei geht es vor allem um anonymisierte Informationen über mehr als 30.000 Wohnungen, die bei der Erstellung des Mietspiegels aussortiert wurden und damit nicht in die Berechnung der Münchner Durchschnittsmiete einflossen. Außerdem muss die Stadt die errechnete Nettokaltmiete sowie den Stadtbezirk der rund 3000 Wohnungen angeben, die für den Spiegel 2017 berücksichtigt wurden.

          Weitere Daten – etwa zur genauen Lage der Wohnungen – muss die Stadt nach Ansicht des Gerichtshofes dagegen nicht herausrücken. Damit kann der Haus- und Grundbesitzerverein, der in erster Instanz vor dem Verwaltungsgericht noch unterlegen war, einen Teilerfolg verbuchen. Er hatte die Stadt auf Herausgabe der Daten verklagt. Der Verein geht davon aus, dass die Durchschnittsmiete, die als Grundlage für erlaubte Mieterhöhungen gilt, in München zu niedrig ist.

          „Das ist ein Schritt in die richtige Richtung“, sagte der Vorsitzende von Haus und Grund München, Rudolf Stürzer, nach der Veröffentlichung des Urteils. Er wirft der Stadt „Heimlichtuerei“ vor. In anderen Städten seien diese Mietspiegel-Daten zugänglich.

          In dem Verfahren ging es noch um den Mietspiegel aus dem Jahr 2017, inzwischen gibt es für München aber schon einen neuen aus dem Frühjahr dieses Jahres. Demnach liegt der Quadratmeterpreis für Bestandsmietverhältnisse im Schnitt bei 11,69 Euro – ein Plus von 4,1 Prozent in zwei Jahren.

          „Dass die Mietsituation in München äußerst angespannt ist, ist bekannt“, sagte Beatrix Zurek, Vorsitzende des Mietervereins München: „Deswegen finden wir es befremdlich, dass Haus & Grund die Mieten offenbar noch weiter in die Höhe treiben will.“ Sie betonte, dass sich mit dem Urteil für die Mieter erstmal nichts ändere.

          Mieterschützer setzen sich seit Jahren dafür ein, dass auch ältere Bestandsmieten in den Mietspiegel einfließen. Sie erwarten dadurch eine deutlich geringere Durchschnittsmiete. In München wären das geschätzt 9,50 statt 11,69 Euro.

          Städte sind nicht zu einem Mietspiegel verpflichtet. Konkrete Vorgaben für die Erstellung gibt es nicht.

          Weitere Themen

          Die Liebe zum Altbau hat ihren Preis

          Immobilien : Die Liebe zum Altbau hat ihren Preis

          Großzügige Räume, Fischgrätparkett und Stuck an der Decke – historische Häuser und Wohnungen sind gefragt wie nie. Die Preise steigen rasant. Der Vergleich von 80 größten deutschen Städten fördert aber überraschende Unterschiede zu Tage.

          Trump freut sich mit Fußballerinnen Video-Seite öffnen

          Amerikanerinnen gewinnen WM : Trump freut sich mit Fußballerinnen

          Trump hatte sich mit Megan Rapinoe, der Spielerin des Turnieres und Kapitänin, verbale Duelle geliefert während des Turnieres. Rapinoe hatte unter anderem gesagt, sie wolle nicht zu Trump ins Weiße Haus gehen, falls es einen Ehrenempfang geben sollte.

          Topmeldungen

          Müssen sich auf Reformen einigen: Luigi Di Maio und Matteo Salvini im Februar in Rom

          Italiens Regierung : Salvini droht mit vorgezogenen Wahlen – mal wieder

          Italiens nnenminister steht wegen der Affäre um mögliche Parteispenden aus Russland unter Druck – und bedrängt nun seinen Koalitionspartner. Es sei noch genügend Zeit, das Parlament aufzulösen und nach der Sommerpause neu zu wählen.

          Im Persischen Golf : Iran hält ausländischen Tanker fest

          Laut iranischen Staatsmedien haben die Revolutionsgarden einen Öltanker gestoppt und die Crew verhaftet. Der Tanker soll demnach eine Million Liter Treibstoff in den Persischen Golf geschmuggelt haben.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.