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Animal-Aided Design : Zurück zum Stadtdschungel

Zur Stadt gehören sie schon immer, genau wie der Mensch – doch der Platz für Nachtigall, Falter und Zauneidechse wird immer knapper. Bild: Sophie Jahnke

An einer ganzen Gruppe von Großstadtbewohnern planen wir gnadenlos vorbei. Dabei lohnt es sich, Spatz, Igel und Fledermaus Platz einzuräumen.

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          Sie verlangt nicht viel, eine Ritze im Mauerwerk oder ein Spalt unter dem Dachvorsprung reichen schon. Hauptsache, sie kann ein kühles Quartier im Sommer und ein frostgeschütztes im Winter ihr Eigen nennen und einige Mücken und Fliegen verspeisen, gerne im Schummer der nächsten Laterne, wenn sie ihr Zuhause pfeilschnell und im gestreckten Flug verlässt. Aber es läuft einfach nicht rund für die Fledermaus. Ihr Image als Mitbewohner und Nachbar hat – wieder mal – gelitten. Schuld ist die Corona-Pandemie, in der sie und ihre Verwandten als vermeintliche Überbringer des Virus in Verruf geraten sind.

          Anna-Lena Niemann

          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Auf den ersten Blick mag es da von Vorteil sein, dass die meisten Städter die Tiere, flink und nachtaktiv, wie sie sind, nur selten bemerken. Doch hört man dem Landschaftsarchitekten Thomas Hauck und dem Biologen Wolfgang Weisser zu, entpuppt sich die gute Tarnung letztlich als das größere Problem. Die Tiere werden als Stadtbewohner einfach nicht mitgedacht. Passende Quartiere werden rar, ihre Nahrungsgrundlage schwindet. Es ist ein Schicksal, das die Fledermaus mit vielen Wildtierarten im urbanen Raum teilt, vom Turmfalken bis zur Zauneidechse.

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