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Mietendeckel in Berlin : Aus dem Instrumentenkasten der DDR

  • -Aktualisiert am

Verfallen: Altbauten in Leipzig Bild: Matthias Lüdecke

Hat Berlin nichts gelernt aus der fatalen Wohnungspolitik der DDR? Ein Blick in die ostdeutsche Vergangenheit zeigt, was man heute besser unterlassen sollte. Ein Gastbeitrag.

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          Mit einer geradezu atemberaubenden Geschwindigkeit sollen die letzten Reste einer sozialen Wohnungsmarktwirtschaft vom Tisch gefegt werden. Als Praeceptor germaniae geriert sich dabei das Land Berlin. Noch vor gut einem Jahrzehnt hatte der dortige rot-rote Senat unter Leitung von Klaus Wowereit und Gregor Gysi fast die Hälfte aller Sozialwohnungen privatisiert, die Zahl der Mitarbeiter in den Bauämtern abgebaut und auf eine langfristig angelegte Bodenvorratspolitik verzichtet.

          Der negative Bürgerentscheid gegen die behutsame Bebauung des Tempelhofer Felds wurde achselzuckend akzeptiert: „Wer als Politiker Kleingärtner quält, wird abgewählt.“ Zuschüsse des Bundes für den Bau neuer Sozialwohnungen wurden zweckentfremdet verwandt. Noch Anfang 2011 sah Wowereit steigende Mieten als ein positives Zeichen an; ihn ärgerte es, diesen Trend reflexhaft als Malaise zu werten. Mit einem niedrigen Mietniveau könne die Stadt nicht vorangebracht werden.

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