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Kommentar : Mehr günstige Wohnungen gesucht

Ein größeres Angebot an Luxuswohnungen - hier in Berlin - drückt die Preise nicht. Bild: dpa

Die Wohnungspreise steigen immer schneller. Neue Luxusappartements helfen da nicht weiter.

          In den deutschen Großstädten steigen die Wohnungspreise immer schneller. Frankfurt verzeichnet sogar einen raketenhaften Preisanstieg um 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das dürfte am Brexit liegen, mag mancher spontan vermuten, angesichts der vielen Gerüchte über gut verdienende Briten, die es an den Main ziehe. Doch ob sich diese Erwartungen erfüllen, steht längst noch nicht fest. Frankfurt verspürt vielmehr, wie viele andere Städte auch, die Folgen der Niedrigzinspolitik. Sie erleichtert die Finanzierung der Wohnungen und treibt Anleger in die Immobilienmärkte, weil Investitionen dort als relativ rentabel und sicher gelten.

          Zum verzerrten Bild gehört, dass in Frankfurt zwar durchaus nennenswert neue Wohnungen entstehen. Sie tragen allerdings wenig zur Entspannung des Marktes bei, weil sie zur oberen Preiskategorie gehören – und damit an der Nachfrage vorbei geplant sein könnten. Auf Dauer braucht Frankfurt wie andere Großstädte auch mehr günstige Wohnungen. Genug Platz gäbe es. Doch dafür müsste unter Politikern, aber auch unter den Einwohnern selbst die Einsicht reifen, dass eine dichtere und höhere Bebauung die Preise wirksam dämpfen kann.

          Michael Psotta

          Redakteur in der Wirtschaft, verantwortlich für den Immobilienteil.

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