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Drohende Preisblase : Lockere Geldpolitik treibt Immobilienpreise

Überbewertung der Wohnungspreise um 10 bis 20 Prozent in deutschen Großstädten: Mehrfamilienhaus in Hamburg Bild: dpa

Die Agentur Moody’s Analytics sagt, dass die expansive Geldpolitik der Zentralbanken die Immobilienmärkte zum Überhitzen bringe. Es könnte sich eine Preisblase bilden - vor allem in Deutschland, England und Norwegen.

          Einige Immobilienmärkte in Europa drohen zu überhitzen und könnten Preisblasen bilden. Daran ist nach Ansicht der Agentur Moody’s Analytics auch die expansive Geldpolitik der Zentralbanken schuld: „Die Quantitative Lockerung (QE) bläst Blasen auf“, schreibt Analystin Anna Zabrodzka in einer aktuellen Studie.

          Philip Plickert

          Wirtschaftskorrespondent mit Sitz in London.

          Als QE wird der massenhafte Aufkauf von Anleihen durch die Zentralbank bezeichnet. Seit März kauft die Europäische Zentralbank für 60 Milliarden Euro im Monat vor allem Staatsanleihen. Die Käufe drücken die Renditen, die trotz der jüngsten Korrektur noch immer „außerordentlich tief“ sind, wie Moody’s schreibt. Anleger wichen daher auf der Suche nach Rendite auf andere Märkte aus. Dabei griffen sie verstärkt auch auf den Immobilienmärkten zu. Somit treibe die EZB indirekt die Immobilienpreise.

          Besonders der deutsche Immobilienmarkt werde noch immer als „sicherer Hafen“ gesehen. Die Preise steigen seit 2009. Anders als in vielen Nachbarländern gab es in der Krise keinen Einbruch, weil die Preise zuvor auch nicht stark gestiegen waren. Da das Wohnungsangebot knapper sei als die Nachfrage, kletterten die Preise.

          Überbewertung der Wohnungspreise um 10 bis 20 Prozent

          Die Bundesbank beobachtet die Entwicklung seit einiger Zeit mit gewisser Sorge. In den Großstädten gebe es eine Überbewertung der Wohnungspreise um 10 bis 20 Prozent über dem Wert, der fundamental gerechtfertigt sei, sagte Bundesbankpräsident Jens Weidmann kürzlich. Zu diesen beliebten Städten zählten München, Hamburg, Berlin, Köln, Frankfurt, Stuttgart und Düsseldorf. Die Preisdynamik habe sich im vergangenen Jahr aber „merklich abgeschwächt“, fügte Weidmann hinzu. Trotz der Überbewertung will die Bundesbank noch nicht von einer akuten Blase sprechen. Bundesbank-Vize Claudia Buch betont, dass die Banken die Vergabestandards für Hypothekenkredite nicht übermäßig gelockert hätten und dass das Kreditwachstum nicht zu stark sei. Auch Zabrodzka sieht keine Blase, doch diese könnte sich noch bilden.

          Stark gestiegen sind die Preise auch in England. Dort hat die Regierung mit einem speziellen Programm („help to buy“) den Häusermarkt gestützt und die Kreditaufnahme angekurbelt. Der Häusermarkt in London laufe heiß, warnt Moody’s Analytics. Das größte Risiko einer Preisblase drohe jedoch in Norwegen. Die dortige Notenbank hat als Reaktion auf den Ölpreisverfall die Leitzinsen gesenkt. Daher stehe der Immobilienmarkt kurz vor dem Siedepunkt. Vor allem in Oslo sind die Preise stark gestiegen. Die Regierung versucht, mit höheren Kapitalanforderungen für Hypothekenkredite gegenzusteuern.

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