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Licht : Dem Himmel sei Dank

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Die Deckenbespannung sieht aus wie mattes Glas, ist aber eine dünne Folie. Bild: Braun, Zooey/artur

Lichtdecken und illuminierte Wände sind mehr als eine Mode. Die hinter Folien verborgenen Leuchtmittel sorgen für ein Licht, das uns liegt.

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          Werden die Tage kürzer und die Wolken dunkler, dann schaltet Daniela Michalak ihren privaten Himmel an. Der scheint in der Küche ihres Einfamilienhauses, gleich unter der Decke. Genaugenommen füllt dieser breite, künstliche Himmelsstreifen die Fläche zwischen den Wandschränken der Küche und der Zimmerdecke aus. Ganz gleichmäßig leuchtet er da oben, in dezentem Weiß, er blendet nicht und hellt doch den gesamten Raum auf. „Das kommt mir gar nicht wie künstliches Licht vor“, sagt Daniela Michalak. Eigentlich mag sie es nicht, wenn sie im Herbst überall im Haus die Lampen anknipsen muss. In der Küche jedoch macht es ihr gar nichts aus. Im Gegenteil. Dem Himmel sei Dank.

          Oder besser den Leuchtdioden. Denn diese erzeugen ein warmes, homogenes Deckenlicht im Hause Michalak, das der natürlichen Beleuchtung sehr nahe kommt - und den Bewohnern guttut. Man weiß mittlerweile eine Menge darüber, wie sich Licht auf das menschliche Befinden auswirkt. Wir brauchen den Himmel, das Gefühl von Weite - und haben doch nur die künstliche Innenraumbeleuchtung. In Daniela Michalaks Küche aber stößt man auf ein im wörtlichen Sinn einleuchtendes Beispiel dafür, wie sich dieser Gegensatz überwinden lässt. Lichtdesigner haben hier ein optimales Licht programmiert. Dass solch eine weiße Lichtfläche dann auch noch schön und edel aussieht, ist ein angenehmer Nebeneffekt.

          Die Helligkeit sollte sich regeln lassen. Bilderstrecke

          Seit vielen Jahren schon ist das Licht zum Leben, Arbeiten und Wohnen ein großes Thema, für Innenarchitekten, Industriedesigner, aber genauso für Psychologen und Mediziner. Als „heilendes Licht“ hilft es auf Intensivstationen in Krankenhäusern, Patienten zu beruhigen und zu stabilisieren. Ebenso gibt es Leuchtmittel für Zu Hause, die einer saisonalen Depression wegen Lichtmangels im Winter vorbeugen sollen. Und es gibt eben auch den ganz privaten Himmel. Schon der verschrobene bayrische König Ludwig II. ließ sich ein nächtliches Firmament an die Decke über seinem Bett malen, die einzelnen Sterne wurden künstlich erleuchtet.

          „Große Lichtflächen sind im Trend“

          Heute gestalten Lichtdesigner ganze Räume so, dass die Decke ein einziges Oberlicht ist. Dazu werden Folien gespannt, die transluzid, also lichtdurchlässig, sind und die dabei vor allem das Licht so gut streuen, dass man die Leuchtquellen dahinter gar nicht sieht. Das heißt, man erkennt keine schemenhaften Streifen einer Leuchtstoffröhre und auch keine Punkte von Leuchtdioden, falls diese zum Einsatz kommen. Stattdessen nimmt man eine gleichmäßig leuchtende Fläche wahr. Wie eine Milchglasscheibe sieht solch eine Hightech-Folie aus, die aber nur den Bruchteil eines Glases wiegt. Zudem lässt sie sich vergleichsweise leicht anbringen. Es muss lediglich ein spezieller Rahmen an den Wänden installiert werden, in den wird die Folie eingespannt.

          “Stellen Sie sich einen langen Flur ohne Fenster vor“, erläutert Peter Munsky, ein Berliner Inneneinrichter. „Solch ein Raum schreit doch geradezu nach einer besonderen Decke.“ Oft rät er seinen Kunden dann zu einer Bespannung samt dahinter versteckter Beleuchtung. Schon seit mehr als 30 Jahren ist Munsky ein Fachmann für Spanndecken, er vertritt einen französischen Hersteller. Anfangs waren glänzende Decken gefragt. Heute muss es leuchten. „Große Lichtflächen sind im Trend, am liebsten gleich eine Art Kunstinstallation“, berichtet Munsky.

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