https://www.faz.net/-gqe-8r20o

Kommentar : Makler sollten nicht klagen

Justizminister Heiko Maas will, dass auch beim Hauskauf gilt: Wer den Makler bestellt, bezahlt ihn auch. Das wäre sinnvoll. Für Hauskäufer bleiben weitere Hürden.

          1 Min.

          Bei der Wohnungsmiete gilt seit Juni 2015 das Bestellerprinzip – wer den Makler beauftragt, bezahlt ihn auch, also meist der Vermieter. Das Prinzip hat sich bewährt, nicht zuletzt für den Maklerstand selbst. Er hat zwar Geschäft verloren, weil so mancher Vermieter selbst neue Mieter sucht, um die Maklergebühr zu sparen.

          Doch dem Ruf der Makler hat das Bestellerprinzip gutgetan: Die Klagen der Mieter, dass sie schlecht ausgebildeten Maklern etwa in den Großstädten hohe Gebühren für wenig Leistung zahlen müssen, sind seltener geworden. Sollte man also das Bestellerprinzip vom Miet- auf den Kaufmarkt übertragen? Dass derjenige zahlt, der bestellt, ist eine grundsätzlich sinnvolle Regelung.

          Auf dem Kaufmarkt von Wohnungen könnte sie auch dazu beitragen, die im internationalen Vergleich sehr hohen Maklergebühren zu senken – Verkäufer haben speziell auf bedrängten Wohnungsmärkten eine bessere Verhandlungsposition gegenüber Maklern als Käufer. Ein Allheilmittel gegen hohe Kaufnebenkosten ist das Bestellerprinzip aber nicht: Es bleiben die überhöhten Notar- und Grundbuchkosten und die in den meisten Ländern überzogene Grunderwerbsteuer.

          Michael Psotta
          Redakteur in der Wirtschaft, verantwortlich für den Immobilienteil.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier überreicht Bundeskanzlerin Angela Merkel die Entlassungsurkunde am Dienstag im Schloss Bellevue

          Entlassungsurkunde für Merkel : Am Ende einer Kanzlerschaft

          Der Bundespräsident würdigt die Amtszeit von Angela Merkel als „beispielgebend“. So verabschiedet er die Kanzlerin – und bittet sie, noch ein bisschen weiterzumachen.
          Auch ein Boykott von öffentlichen Veranstaltungen löst keine Probleme: Fachbesuchertag auf der Frankfurter Buchmesse.

          Muslimisch-jüdische Kolumne : Demokraten müssen das aushalten

          In einer liberalen Demokratie gibt es keine „safe spaces“: Warum wir unsere ursprüngliche Forderung, rechte Verlage von der Frankfurter Buchmesse auszuladen, korrigieren.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.