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Kaliforniens Wälder in Flammen : Brandgefahr im Paradies

  • -Aktualisiert am

Das Camp-Feuer in Paradise tötete 90 Menschen und zerstörte rund 18 000 Wohnhäuser. Bild: AFP

In Kalifornien nehmen die Waldbrände zu. Verliert der Golden State seine Anziehungskraft als Wohnort der Schönen und Reichen?

          4 Min.

          Butte County wird nicht umsonst „das Land der natürlichen Reichtümer und Schönheit“ genannt. In der Region im Norden von Kalifornien reihen sich bewaldete Hügel und imposante Felsformationen an Wasserfälle, Canyons und die Stromschnellen des Feather River. Zahllose Höhenrücken an den Ausläufern der Sierra Nevada geben den Blick frei über Weideland, Olivenhaine und Apfelgärten. „Von allen Gebirgszügen, die ich erklommen habe, ist mir die Sierra Nevada der liebste“, schrieb John Muir schon Ende des 19. Jahrhunderts. Als der Naturalist damals durch die Berge wanderte, beobachtete er, wie sich Fichten und Kiefern mit den für die Region typischen Flächenbränden arrangiert hatten. „Wenn eine Baumgruppe niederbrennt, wird der Boden üppig mit den Samen bedeckt. Sofort beginnt neues Gehölz zu sprießen und verwandelt Asche in Schönheit“, hielt Muir fest.

          Mehr als 100 Jahre später fällt es den meisten Bewohnern in Butte County schwer, die Philosophie der „Beauty for Ashes“ zu teilen. Im Juni 2008 mussten Tausende ihre Häuser verlassen, als sich das Humboldt-Feuer mit rasanter Geschwindigkeit zwischen Chico und Paradise über mehr als 90 Quadratkilometer ausbreitete. Gut zehn Jahre später wurde Paradise vom verheerendsten kalifornischen Flächenbrand seit Beginn der Aufzeichnungen heimgesucht. Am Morgen des 8. November 2018 fraß sich das Camp-Feuer so schnell durch Paradise, dass viele der etwa 27.000 Bewohner zu Fuß flüchteten. Fast 90 Menschen starben, mehr als 18.000 Wohnhäuser und Nebengebäude wurden zerstört.

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