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Häuserpreise : Immobilien verteuern sich langsamer

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Wohnen auf dem Land: das Dorf Lenzkirch im Schwarzwald Bild: picture alliance

Trotz höherer Bauzinsen sind die Preise für Wohnimmobilien zumindest bis Juni weiter gestiegen, allerdings nicht mehr so schnell, wie neue Zahlen des Statistischen Bundesamts zeigen. Besonders in ländlichen Kreisen wurden Häuser teurer.

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          Die Preise für deutsche Wohnimmobilien sind im zweiten Quartal abermals deutlich gestiegen, aber langsamer als zuvor. Sie erhöhten sich von April bis Juni um durchschnittlich 10,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte. „Damit lag die Veränderungsrate des Häuserpreisindex gegenüber dem Vorjahresquartal zum fünften Mal in Folge über zehn Prozent“, hieß es dazu. Allerdings schwächte sich der Anstieg das dritte Quartal in Folge ab: Zu Jahresbeginn hatte er noch bei 11,6 Prozent gelegen, Ende 2021 bei 12,6 Prozent und im Sommer 2021 bei 12,8 Prozent. Wohnungen sowie Ein- und Zweifamilienhäuser verteuerten sich auch im Vergleich zum Vorquartal, und zwar im Schnitt um 2,5 Prozent.

          „Den größten Preisanstieg gab es in den dünn besiedelten ländlichen Kreisen“, ermittelten die Statistiker. Hier erhöhten sich die Preise für Ein- und Zweifamilienhäuser um 13,6 Prozent zum Vorjahresquartal, Eigentumswohnungen um 11,7 Prozent. In den sieben größten Städten (Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt, Stuttgart und Düsseldorf) stiegen die Preise für Ein- und Zweifamilienhäuser um 12,2 Prozent und für Eigentumswohnungen um 10,6 Prozent. „Am schwächsten fiel der Preisanstieg in den städtischen Kreisen aus“, hieß es. Dort lag die Teuerungsrate für Häuser mit 7,8 Prozent zum ersten Mal seit Anfang 2021 wieder im einstelligen Bereich, während für Wohnungen 7,3 Prozent mehr bezahlt werden mussten als im Vorjahresquartal.

          Die Bundesbank warnt seit längerem vor zunehmenden Gefahren auf dem deutschen Immobilienmarkt angesichts steigender Preise.

          Wegen der stark gestiegenen Zinsen – ausgelöst von Zinsanhebungen durch die Europäische Zentralbank im Kampf gegen die Inflation – zeichnet sich Experten zufolge am deutschen Immobilienmarkt eine Trendwende ab. So brach die Nachfrage nach Kauf-Immobilien im zweiten Quartal um 36 Prozent zum Vorjahreszeitraum ein, wie das Online-Portal Immoscout24 ermittelte.

          Als Folge davon stieg die Zahl der Angebote für Wohnungen und Häuser zum Kauf um 46 Prozent, und Inserate blieben auch länger online als im Vorjahr. Denn für Verkäufer sei es schwieriger, Abnehmer zu finden. Dies sorge in bestimmten Segmenten bereits für sinkende Preise.

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