Immobilienmarkt Ungarn : „Wir können nur noch auswandern“

Zwangsversteigerungen von Immobilien drücken die Preise in Ungarn. Viele Kreditnehmer können ihre Hypothekarkredite nicht mehr bedienen.
Zoltán Bálint ist verzweifelt. Der 30 Jahre alte Informatiker verliert sein Haus in der Nähe von Székesfehérvár im Komitat Fejér. Es wird zwangsversteigert. Vor sechs Jahren hat der Ungar eine Hypothek aufgenommen in der Höhe von 80 Millionen Forint (rund 276 000 Euro). Die CIB Bank, Tochtergesellschaft der italienischen Intesa Sanpaolo, hat ihm damals von einem Kredit in der ungarischen Währung wegen der hohen Zinsen abgeraten. Der Leitzins in Ungarn betrug Anfang 2007 acht Prozent, in der Schweiz hingegen rund zwei Prozent. Also verschuldete sich Bálint in Schweizer Franken. Die monatliche Rückzahlungsrate betrug zu Beginn 75 000 Forint. Ein Jahr später lag sie als Folge des ungünstigeren Wechselkurses bereits bei mehr als 100 000 Forint. Weil seine Eltern, die das Haus eigentlich gekauft haben, durch die Wirtschaftskrise mit ihrem Unternehmen insolvent wurden, konnte die immer höhere Rückzahlung nicht mehr geleistet werden. Eine von der Regierung mit den Banken vereinbarte Regelung, nach der es möglich war, zu einem günstigeren Kurs zu tauschen, war für die Familie keine Lösung, „da sie nur eine Aufschiebung der Misere ist“.





