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Immobilienmarkt : Mieten steigen am stärksten in Greifswald

Die Nachfrage steigt, das Angebot nicht. Das treibt Mieten und Immobilienpreise in die Höhe, regionale Wohnungsengpässe werden häufiger Bild: AFP

Die Anleger flüchten vor der anhaltenden Krise in Immobilien: Erstmals gibt es auf dem gesamten Wohnungsmarkt in Deutschland eine höhere Nachfrage als im Vorjahr. Die regionalen Unterschiede sind allerdings erheblich.

          Mieten und Immobilienpreise steigen in manchen Regionen Deutschlands deutlich. Das geht aus dem neuen Immobilienmarktbericht hervor, über den das Bundeskabinett nächste Woche beraten wird. Nachdem in Berlin, Frankfurt und Hamburg, aber auch in Jena und Weimar schon seit ein paar Jahren die Mieten für neue Verträge gestiegen seien, „schlug sich 2011 die steigende Nachfrage erstmals deutschlandweit nieder - mit einem Plus von 2,9 Prozent“, heißt es in dem Bericht. Den höchsten Anstieg gab es demnach in Greifswald (10,4 Prozent), Bremen (8,8 Prozent), Freiburg (8,1 Prozent), Hamburg (7,5 Prozent) und Berlin (7,4 Prozent).

          Manfred Schäfers

          Wirtschaftskorrespondent in Berlin.

          Doch gibt es erhebliche regionale Unterschiede. So sinken nach dem Bericht die Mieten in einigen ostdeutschen Landkreisen und strukturschwachen Regionen in Westdeutschland weiter.

          Preise für Wohnimmobilien insgesamt stabil

          Hauptgrund für die sich verschärfenden Spannungen auf dem Wohnungsmarkt ist die steigende Nachfrage, sowohl von Investoren, die in der anhaltenden Krise verstärkt auch in Immobilien investieren, als auch von Privatpersonen, die die Wohnung selbst nutzen wollen. Gleichzeitig ist das Angebot nur unwesentlich gestiegen, was die Preise in die Höhe treibt. Diese schlagen sich auch auf die Mieten bei neu abgeschlossenen Verträgen nieder. „Daher kommt es auf einer wachsenden Zahl von Teilmärkten zu steigenden Mieten, steigenden Preisen und regionalen Wohnungsengpässen.“ Davon seien immer mehr Haushalte betroffen, insbesondere auch Familien mit Kindern.

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          Die Entwicklung ist von erheblicher Bedeutung für die Menschen, da die Warmmiete etwa ein Viertel des verfügbaren Haushaltseinkommens ausmacht. Zwar hat sich die steigende Wohnungsnachfrage noch nicht in den Bestandsmieten niedergeschlagen, die von 2001 bis 2011 durchschnittlich in Deutschland nur um 1,1 Prozent im Jahr gestiegen sein sollen. Aber wie die Autoren der Marktanalyse hervorheben, reagieren auch diese mit einer zeitlichen Verzögerung auf Marktänderungen.

          Wie aus dem 106 Seiten umfassenden Report des Bauministeriums hervorgeht, waren die Preise für Wohnimmobilien insgesamt stabil. „Gegenwärtig ist jedoch vor allem in den Großstädten ein deutlicher Preisanstieg festzustellen.“ In diesem Zusammenhang wird auf eine Veröffentlichung der Bundesbank verwiesen, die zu einem Preisanstieg von 5,5 Prozent zwischen 2010 und 2011 gekommen ist. Basis sind Daten der BulwienGesa AG für 125 Städte. Noch im Jahr davor war der Anstieg nicht einmal halb so hoch gewesen. Nach der Erhebung von BulwienGesa erhöhten sich die Preise in Berlin, Hamburg, München, Frankfurt und Düsseldorf zuletzt um 7 bis 9 Prozent.

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