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Studie : Immobilienkauf meistens günstiger als Mieten

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Trautes Heim: Ein Altbau in Frankfurt. Fast überall ist es günstiger eine Immobilie zu kaufen, als sie zu mieten. Bild: Lucas Wahl

Immobilien werden teurer? Trotzdem ist es fast überall in Deutschland langfristig günstiger zu Kaufen als zu Mieten. Nur in 4 bayrischen Landkreisen ist es nicht so.

          Trotz steigender Immobilienpreise in Deutschland ist Kaufen einer Studie zufolge langfristig immer noch günstiger als Mieten. Dies gelte weitgehend auch für den Fall, dass die extrem niedrigen Hypothekenzinsen um einen Prozentpunkt stiegen, teilte das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) am Mittwoch mit. Die Forscher räumten zwar ein, dass sich Immobilien seit 2008/09 verteuert hätten, betonten aber: „Doch trotz des Preisanstiegs in den vergangenen Jahren liegen die Kosten des Wohnens im Eigentum in den meisten Regionen dank der aktuell niedrigen Kreditzinsen deutlich unter den Mietkosten.“

          Seit der Schuldenkrise legen Investoren wegen der niedrigen Zinsen Geld verstärkt in Immobilien an. Zudem verwirklichen sich private Häuslebauer zunehmend den Traum der eigenen vier Wände. Vor allem in Großstädten zog die Nachfrage an und trieb die Preise hoch. Die Bundesbank sieht trotz „Überbewertungen“ in einigen Metropolen keine flächendeckende Blase. Das IW spricht insgesamt von Nachholeffekten, da die Preise bis 2008 eher stagnierten und zum Teil sogar sanken.

          Aus einer Modellrechnung der Forscher geht hervor, dass sich Wohnen zur Miete 2008 in 95 Prozent der deutschen Landkreise und kreisfreien Städte langfristig mehr lohnte als in einer eigenen Wohnung oder einem Haus zu leben. Im vorigen Jahr hingegen „war es nur noch in den Landkreisen Miesbach, Aichach-Friedberg, Rosenheim und in Kempten im Allgäu sinnvoll zu mieten“. Selbst bei einem Zinsanstieg von einem Prozentpunkt lägen die sogenannten Selbstnutzerkosten von Eigentümern laut IW nur in 35 von rund  400 Kreisen um mehr als zehn Prozent über den Mietkosten. Betroffen wären nur Regionen im boomenden Bayern.

          „Die Gefahr einer spekulativen Blase ist gering, auch bei steigenden Zinsen“, sagte IW-Experte Michael Voigtländer. Zudem steige das Volumen der Immobilienkredite in Deutschland nur gering - und damit deutlich weniger als in Spanien oder Irland, wo am Wohnungsmarkt jeweils eine Preisblase platzte. Auch habe sich der Kapitalanteil, den sich Häuslebauer für ihre Finanzierung von Banken leihen, zuletzt kaum geändert.

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