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Immobilienfonds : Auf Einkaufstour in Amsterdam

  • -Aktualisiert am

Gelassenes Treiben: Die Grachten in Amsterdam haben ihren ganz eigenen Reiz. Bild: Daniel Pilar

Holland-Immobilienfonds sind wieder begehrt. Jedes vierte Büro im Nachbarland gehört inzwischen schon deutschen Privatanlegern. Das Leerstandsproblem wird gern verdrängt.

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          Glashäuser auf dem Acker sind in den Niederlanden nichts Besonderes. Es gibt Millionen davon, denn in ihnen wächst das Gemüse, das in alle Welt exportiert wird. Aber die Glashäuser, die auf den Wiesen 20 Kilometer vor Amsterdam in die Höhe wachsen, sind ganz speziell. Manche sind sieben Stockwerke hoch, andere zwanzig, manche sind mit Holzpaneelen fesch verkleidet. Ein modernes Gewerbegebiet mit schicken Büros, könnte man meinen - aber nicht modern genug, denn viele der Gebäude in Hoofddorp sind erst ein paar Jahre alt und stehen trotzdem schon leer.

          Umzugsfreudige Mieter

          Die Mieter sind in neuere Büros umgezogen, oft nur einen Maiskolbenwurf weit entfernt. Auch der Acker auf der anderen Straßenseite wird bald bebaut. Ein Schild auf der grünen Wiese wirbt schon für das Bürohaus - noch moderner, noch energiesparender, noch nachhaltiger. Der niederländische Staat fördert diesen Bauboom. "Er verkauft derzeit Grundstücke wie verrückt", sagt Anthony Gijsbers, Direktor bei der Immobiliengesellschaft Bouwfonds. "Was wir aber mit all diesem Leerstand anfangen sollen, weiß keiner."

          Der niederländische Büromarkt ist derzeit ein Phänomen: Einerseits steht so viel Fläche leer wie sonst nirgends, andererseits wird kaum irgendwo anders so viel gebaut wie hier. Und kaum irgendwo anders investieren deutsche Privatanleger so gern wie in der Randstad - dem Landviereck zwischen den Städten Amsterdam, Den Haag, Rotterdam und Utrecht.

          Die Randstad macht nur ein Zehntel der gesamten holländischen Landfläche aus, aber dafür lebt etwa die Hälfte der Bevölkerung in diesem Ballungsraum - Tendenz steigend. Auch die Zahl der Beschäftigten steigt kräftig, weshalb immer mehr Büroraum entsteht. Viele der Immobilien werden von Fonds finanziert, an denen deutsche Anleger beteiligt sind. Sie steckten allein im vergangenen Jahr 229 Millionen Euro in Holland-Fonds.

          Geld aus Deutschland

          Etwa 10 Milliarden Euro haben deutsche Privatanleger damit im Nachbarland insgesamt schon investiert. Einen Großteil davon in gläserne Paläste entlang der großen Autobahnen - die "klassisch deutschen Gebäude", wie die Holländer sie nennen. Jedes vierte Büro in den Niederlanden gehört inzwischen deutschen Privatinvestoren, in manchen Gegenden wie Papendorp oder Hoofddorp sogar jedes zweite. Trotz Krise legten deutsche Sparer hier 2009 dreimal so viel Kapital an wie im Jahr zuvor, wodurch holländische Immobilienfonds zur erfolgreichsten Art von Auslandsimmobilienfonds avancierten, berichtet Hanno Weiß, Leiter Real Estate bei Lloyd Fonds. "Diesen Titel konnten sie auch 2010 verteidigen."

          Einige Fonds laufen auch ganz gut und schütten jährlich etwa 6 Prozent aus. Etliche Anbieter legen nun mit Hochdruck neue Beteiligungen auf, die weitere Anleger in moderne Bürohäuser entlang der Autobahnen locken sollen. Die Frage ist nur, ob Privatanleger in solche Immobilien wirklich für 10 oder 15 Jahre ihr Geld stecken sollten und ob die Neubauten nicht schon bald das Schicksal der Gebäude ringsum ereilt, sie also demnächst leerstehen. Von den Fondsinitiatoren sind darauf durchaus ambivalente Antworten zu bekommen.

          Gute Aussichten

          Natürlich betonen sie zunächst gern die enormen Wachstumsaussichten des Landes: Mit einem Wirtschaftswachstum von 1,4 Prozent seit 2006 liegen die Niederlande im europäischen Vergleich weit vorn, sogar vor Deutschland. Die Beschäftigungsquote ist enorm gestiegen und hat allein seit 1994 um sagenhafte 20 Prozent zugelegt. Die Arbeitslosenquote beträgt nur 4 Prozent.

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