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Immobilien-Kommentar : Makler mit Makel

  • -Aktualisiert am

Bundesjustizministerin Katarina Barley (SPD) im Dezember vergangenen Jahres in Berlin Bild: dpa

Die SPD geht mit einem populären Vorschlag auf Wählerfang: Der Verkäufer einer Immobilie soll den Makler bezahlen. Doch die Politik macht es sich hier zu einfach.

          Die SPD bleibt sich treu. Nach dem „Gute-Kita-Gesetz“ und dem „Starke-Familien-Gesetz“ will sie mit einem weiteren bürgernahen Vorstoß beim Wähler punkten. Geht es nach Justizministerin Katarina Barley, soll künftig allein der Verkäufer einer Immobilie die Kosten für den Makler tragen.

          Der Gedanke dahinter ist durchaus richtig. Wer etwas bestellt, soll es auch bezahlen: Dieses Prinzip hat sich auch in anderen Wirtschaftsbereichen bewährt. Besonders in Großstädten mit angespannten Wohnungsmärkten müssen Makler derzeit wenig tun, um viel Geld zu verdienen.

          Doch die Politik macht es sich zu einfach, wenn sie mit dem Zeigefinger stets auf andere zeigt. Dass Deutschland europaweit die höchsten Nebenkosten beim Immobilienkauf hat, liegt nicht allein an den Maklern, sondern auch an den Länderfinanzministern. Sie haben ihre Sätze für die Grunderwerbsteuer mitunter fast verdoppelt und so am Immobilienboom kräftig mitverdient.

          An den heute vielfach üblichen 6,5 Prozent des Kaufpreises wollen sie aber partout nicht rütteln. Dabei steht ein möglicher Freibetrag bei der Grunderwerbsteuer ausdrücklich im Koalitionsvertrag – anders als Barleys Reform der Maklerprovision.

          Julia Löhr

          Wirtschaftskorrespondentin in Berlin.

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