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Seehofers Wohnbilanz : Möchtegern-Bauherr

  • -Aktualisiert am

In Leiferde in Niedersachsen entsteht hier ein Einfamilienhaus. Bild: dpa

Die Zahl der Neubauten ordnet weder Bundesregierung noch Bauminister an. Die 1,5 Millionen Planbauten von Seehofer sind unnötig. Wo Häuser entstehen, entscheidet sich richtigerweise vor Ort.

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          Vermessen ist der Regierungsplan, dass in den Jahren von 2018 bis 2021 1,5 Millionen neue Wohnungen gebaut werden sollen. Horst Seehofer, Bundesminister des Innern, für Bau und Heimat, hat sich zwar dafür diese Woche mit seiner Baubilanz selbst gelobt. Um das eigene Ziel zu erreichen, zählt der CSU-Ehrenvorsitzende jedoch nicht nur die fertiggestellten Wohnungen auf, sondern mal eben 770.000 Wohnungen hinzu, in denen niemand wohnen oder einziehen kann, weil diese bisher erst genehmigt sind.

          Doch weder Bundesregierung noch deren Minister sollten sich als oberste Bauherren des Landes fühlen. Zum Glück bringen es das föderale System und die freiheitliche Wirtschaftsordnung mit sich, dass keine Zentrale bestimmt, ob in einer Stadt nun zehn oder 1000 Häuser in einem Jahr gebaut werden.

          Wer ist der Bauherr?

          Der Wohnungsbau entscheidet sich richtigerweise vor Ort. Dafür braucht es den Bauplatz und einen wirklichen Bauherrn, oft einen Geldgeber und Handwerker. Richtig ist ja, dass mehr Wohnungen gegen höhere Immobilienpreise helfen.

          Doch nicht im ganzen Land braucht es Neubauten. Da hängt es an den Kommunen, mit Wegzug oder Zuzug umzugehen, Baugebiete auszuweisen und Interessenkonflikte zwischen Neubauten und Grünanlagen zu moderieren. Wohnungsbau ist überwiegend ein lokales Verdienst und kein Lorbeerblatt für Bundesminister.

          Jan Hauser

          Redakteur in der Wirtschaft.

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