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Pfusch am Luxusbau : Milliardärsturm an New Yorker Park Avenue wird zum Schadensfall

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Überragend. Allerdings gilt das offenbar nicht für die Bauqualität des Hochhauses in der Park Avenue in New York. Bild: AFP

Ärger statt Prestige, Unkosten statt lukratives Investment: Im höchsten Wohnhochhaus der Welt, 432 Park Avenue in New York, häufen sich Pannen und Schäden. Die Eigentümergemeinschaft will das nicht mehr hinnehmen.

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          So hatten sich die Käufer das nicht gedacht: Der superschlanke Wohnturm 432 Park Avenue sollte das Image einer ultimativen Luxusimmobilie haben, als höchstes Wohnhaus der Welt glänzen und das Investment sich als lukrativ erweisen. Immerhin lag der geschätzte Verkaufswert bei gut 3 Milliarden Dollar. Doch bekannt ist der 2015 fertiggestellte Wolkenkratzer an der sogenannten Billionaires’ Row (Straßenzug der Milliardäre) von Manhattan inzwischen als längster Bauschaden in der Kategorie Wohnturm.

          Nun klagen die Eigentümer auf Schadenersatz. 125 Millionen Dollar (gut 107 Millionen Euro) verlangen sie einem Bericht der New York Times zufolge von den Projektentwicklern. Die Summe ergibt sich aus den geschätzten finanziellen Aufwendungen, die nötig sind, um die von einem Sachverständigenbüro ermittelten 1500 Konstruktionsmängel an den Gemeinschaftsflächen zu beheben. Hinzukommen könnten noch Forderungen einzelner Eigner, die Schäden an ihren Wohnungen geltend machen. „Dieser Fall stellt eines der schlimmsten Beispiele für das Fehlverhalten bei der Entwicklung von Luxuswohnungen in der Geschichte von New York City dar“, zitiert die Zeitung aus der beim Obersten Gerichtshof des Bundesstaates New York eingereichten Klage.

          Wasserschäden und Höllenlärm

          Pfusch am Bau ist ein weit verbreitetes Phänomen. Und so handelt es sich auch in diesem Fall zum Teil um die typischen Mängel wie diverse Wasserrohrbrüche und defekte Aufzüge. Unabhängig davon aber, dass einzelne Bewohner über Stunden im Fahrstuhl festgesteckt hätten, hat der Liftausfall in einem 426 Meter hohen, 88 Etagen zählenden Gebäude noch mal eine ganz andere Qualität als zum Beispiel im sechsstöckigen Apartmenthaus.

          Der Problemturm wartet ferner, gewissermaßen standesgemäß, mit einigen exklusiven Schäden auf: schrecklicher Lärm und merkwürdige Vibrationen. Offenbar setzt der Wind dem ex­trem hohen und dünnen Gebäude so zu, dass es wankt, knarzt, braust und tost. Von einem Höllenlärm ist die Rede.

          Die Eigentümer jedenfalls sind bedient. „Weit entfernt von den ultra­luxuriösen Räumen, die ihnen versprochen wurden, wurde den Einzeleigentümern jedoch ein Gebäude verkauft, das von Pannen und Ausfällen geplagt ist, die die Bewohner gefährdet und belästigt haben“, heißt es in der Klageschrift.

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