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Neue Verordnung ab 2016 : Hausbauer müssen höhere Energiestandards erfüllen

Auch durch die Nutzung regenerativer Energien wie etwa Solarkollektoren auf dem Dach lässt sich die neue Regelung erfüllen. Bild: dpa

Seit Beginn des Jahres gelten neue Auflagen für Bauherren. Laut Energieeinsparverordnung muss der Energieverbrauch für Heizung und Warmwasser weiter gesenkt und die Dämmung erhöht werden. Für Hausbauer kann das erstmal teuer kommen.

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          Wer in diesem Jahr ein Haus bauen möchte, der muss seit dem 1. Januar neue Bestimmungen beachten. Grund dafür ist die sogenannte Energieeinsparverordnung (EnEV), in der die Bundesregierung die energetischen Anforderungen an Gebäude festlegt. Diese Anforderungen werden kontinuierlich angehoben mit dem Ziel, den Niedrigst-Energiestandard für Gebäude der Europäischen Union zu erreichen, der hierzulande spätestens ab 2021 gelten soll.

          Anne-Christin Sievers

          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Zum Jahresanfang hat der Gesetzgeber deshalb zwei Mindestanforderungen für Neubauten verschärft. Die neue Regelung betrifft erstens den Energieverbrauch der Anlagen für Heizung und Warmwasser: Bei Wohn- und Gewerbegebäuden wird die Höchstgrenze für den jährlichen Primärenergiebedarf um 25 Prozent herabgesetzt. Das heißt: Ein Haus, das 2016 gebaut wird, muss 25 Prozent weniger Primärenergie für Gebäudeheizung und Warmwasseraufbereitung verbrauchen als ein Haus, das nach den 2015 gültigen Standards errichtet wurde. Laut Verbraucherzentrale NRW benötigt ein Wohngebäude, das die Mindeststandards der aktuellen Gesetze gerade noch einhält, zur Beheizung und Bereitung von Warmwasser rund 60 bis 70 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr - bei einem Einfamilienhaus wären das rund 750 Liter Öl.

          Zweitens müssen Wände und Dächer künftig um etwa 20 Prozent effektiver gedämmt werden als bislang. Das erreichen Hausbauer etwa über Drei-Scheiben-Verglasungen der Fenster, eine moderne Haustür oder eine dickere Fassadendämmung. Bei Bestandsbauten bleibt nahezu alles beim Alten. Wird ein Gebäude aber modernisiert, gibt die neue Regelung energetische Mindeststandards für die einzelnen Bauteile vor. Um die Energiebilanz zu ermitteln, müssen die Hauseigentümer nicht nur berücksichtigen, wie viel Energie der Neubau rechnerisch verbraucht. Entscheidend ist auch, welchen Energieträger sie verwenden. Beziehen die Bauherren ihre Energie aus erneuerbaren Quellen, können sie den Primärenergiebedarf niedriger halten als durch das Heizen mit Öl und Gas.

          Neue Energieauflagen bedeuten finanzielle Herausforderungen

          Der Bauherr kann die neuen Anforderungen also auf verschiedenen Wegen erfüllen: Er kann in moderne, effiziente Anlagentechnik für Heizung und Warmwasser investieren, mehr regenerative Energien wie etwa Solarkollektoren auf dem Dach nutzen oder besser dämmen. Nutzt der Besitzer etwa eine teurere Pelletheizung statt eines Brennwertkessels, kann die Wärmedämmung geringer ausfallen.

          Welche Mindestanforderungen gelten, hängt dabei nicht vom Baubeginn ab, sondern davon, ob der Bauantrag vor oder nach dem Jahreswechsel eingereicht wurde. Wer schon 2015 einen Antrag beim zuständigen Bauamt gestellt hat, kann auch 2016 nach den alten Regeln bauen. Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen empfiehlt aber, sich schon jetzt nach zukünftigen Energiestandards zu richten, da die neue Immobilie sonst schnell bautechnisch überholt sein könnte.

          Die neuen Energieauflagen stellen Hausbesitzer in spe vor finanzielle Herausforderungen. Der Bundesverband deutscher Wohnungsunternehmen GdW hat ausgerechnet, dass die neuen EnEV-Standards das Bauen um etwa 7 Prozent verteuern. Bei steigenden Energiepreisen können sich die Mehrkosten für Heizanlagen auf dem neuesten technischen Stand aber trotzdem lohnen. Die Mehrkosten amortisierten sich innerhalb von etwa 20 Jahren, meint das Bundesbauministerium.

          Wer heute eine Baufirma mit einem Neubau beauftragt, sollte daher den Energiestandard des Hauses genau unter die Lupe nehmen, bevor er sich entscheidet - und eventuell auch bei der Bauabnahme von einem Sachverständigen prüfen lassen, ob das Haus tatsächlich den geplanten energetischen Anforderungen entspricht.

          Im Zuge steigender Baukosten und Wohnungsnot ist die EnEV allerdings in die Kritik geraten: Ende Dezember hieß es aus dem Bauministerium, das EnEV solle grundlegend reformiert werden. Darüber wollen Bund und Länder auf einer Sonder-Bauministerkonferenz im Sommer diskutieren.

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