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Traumwohnort gesucht : Wo Männer und Frauen wohnen wollen

Die Umfrage zeigt: Frauen zieht es aufs Land, Männer eher in die Stadt. Ähnlich stark ausgeprägt ist der Wunsch nach Nähe zur Natur. Bild: ZB

Die Vorstellungen von einer Traumimmobilie unterscheiden sich bei Frauen und Männern deutlich. Und nicht nur bei diesem Thema gibt es Unterschiede: Schon die Wahl des Standortes birgt Konfliktpotential, wie ein Studie zeigt.

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          Kauft oder baut man sich ein Haus, dann ist es oft nicht leicht, alle Wünsche der künftigen Immobilienbesitzer unter einen Hut zu bringen. Gleiches gilt natürlich mit eingeschränkten Möglichkeiten auch für Mietobjekte. Denn in vielen Familien unterscheiden sich die Vorstellungen von der Traumimmobilie deutlich, und nicht nur, was die künftige Farbe der Wohnzimmerwände, die Fliesen im Bad oder eine ausufernde Sofalandschaft anbelangt. Meinungsverschiedenheiten scheinen programmiert.

          Kerstin Papon

          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Eine Analyse des Vermittlers von Baufinanzierungen Interhyp, für die hierzulande rund 2600 Menschen repräsentativ befragt wurden, zeigt ganz grundsätzliche Unterschiede auf. So wohnen demnach zum Beispiel Frauen weit lieber auf dem Land, als dies Männer tun, und dies zudem gern gemütlich. Angehörige des männlichen Geschlechts wiederum präferieren häufiger das Leben in Großstädten, auch wenn der Straßenlärm nervt, und setzen lieber vor allem auf schlichte Wohneleganz.

          Frauen zieht es aufs Land, Männer eher in die Stadt

          Die Unterschiede fangen vergleichsweise klein an. Den Wunsch, baldmöglichst eine eigene Immobilie zu kaufen, haben demnach 11 Prozent der befragten Männer. Von den Frauen sagen dies 9 Prozent. Gleichzeitig gaben in der Umfrage auch mehr Angehörige des männlichen Geschlechts an, dass sie doch lieber zur Miete wohnen und kein Eigentum erwerben wollten. Hier vergleicht sich im Durchschnitt ein Anteil von 38 mit 33 Prozent.

          Die Wahl des Wunschwohnortes birgt offenbar ein weit höheres Konfliktpotential. Metropolen stehen unter Männern (22 Prozent) etwas höher in der Gunst als unter Frauen (17 Prozent); ein knappes Fünftel der weiblichen Befragten bevorzugt allerdings den Stadtrand oder das Umland einer Großstadt, während es nur 11 Prozent der männlichen Umfrageteilnehmer in die Peripherie zieht. Mehr als zwei Drittel der Frauen ist eine ruhige Lage sehr wichtig, von den Männern sagt dies nur gut die Hälfte. Ähnlich stark ausgeprägt ist jeweils der Wunsch nach Nähe zur Natur. Dabei gaben jedoch Männer deutlich öfter an, sich vom Straßenlärm gestört zu fühlen.

          Grundsätzlich seien für das Thema Traumimmobilie wie bei vielen anderen Lebensentscheidungen auch weniger das Geschlecht als vielmehr die individuellen Vorlieben eines jeden Menschen ausschlaggebend, sagt Mirjam Mohr, Vorstand der Interhyp AG. Dennoch gebe es bei der Frage des Lieblingswohnortes, der Kaufgründe, des favorisierten Immobilientyps oder auch in der Ausstattung feststellbare Unterschiede zwischen den Geschlechtern.

          So wünschen sich laut der Analyse beide demnach zwar am ehesten ein freistehendes Einfamilienhaus. Frauen wollen aber in der Tendenz häufiger ein Land- oder Bauernhaus. Das spiegele sich auch im Wohnstil, heißt es von der Interhyp. Beide schätzten den zeitlos eleganten Stil, Männer allerdings mehr als Frauen. Es vergleicht sich ein Anteil von 44 mit 39 Prozent. Neuen Wohnstilen gegenüber zeigen sich gleichwohl Frauen etwas offener: Der aktuelle Hygge-Stil zum Beispiel, ein dänischer Begriff für Gemütlichkeit, findet mit 18 Prozent unter ihnen mehr Fans als unter den Männern (11 Prozent).

          Paare treffen Entscheidungen meist gemeinsam

          Auch „Vintage“, also der nostalgische Charme von Älterem, Einzigartigem, gefällt 12 Prozent der Frauen; unter den Männern schätzen ihn nur 5 Prozent. Romantisch verträumt hingegen mag es im Durchschnitt fast jede fünfte Frau, aber nur jeder zehnte Mann. Überhaupt legen demnach meist Frauen mehr Wert auf ein schönes Zuhause. Vielen Männern sind ein ausgebauter Keller oder ein vernetztes Zuhause (Smart-Home) wichtiger, Frauen hingegen ein begehbarer Kleiderschrank. Insgesamt achtet das weibliche Geschlecht laut der Umfrage zudem mehr auf die richtige Lage der Immobilie, eine gute Nachbarschaft, die Nähe zu Freunden oder Familie und gute Einkaufsmöglichkeiten.

          Für beide Geschlechter ist die Alterssicherung ein sehr wichtiger Grund für die eigene Immobilie. Unter den Frauen sagen dies 61 Prozent, unter den Männern 51 Prozent. Die meisten Paare sagten zudem, sie hätten die Entscheidung für die Immobilie gemeinsam getroffen.

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