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Wohnungsübergabe : Die richtige Abnahme

Die Übergabe ist keine Abnahme Bild: picture-alliance/ dpa

Mängel in einer Wohnung sind ärgerlich. Das gilt für Mieter und Vermieter gleichermaßen. Um festzustellen, wer für sie verantwortlich ist, sollten beide Parteien die Abnahme einer Wohnung vor Ein- und Auszug ernst nehmen.

          Kündigen und dann einfach den Wohnungsschlüssel in den Briefkasten des Vermieters werfen – das war’s. Manches Mietverhältnis endet kurz und bündig. „Eine ordnungsgemäße Wohnungsübergabe ist das allerdings nicht“, stellt Daniela Best klar. Die Wiesbadener Fachanwältin für Miet- und Wohnungseigentumsrecht rät Vermietern wie Mietern, die Termine zum Ein- wie auch Auszug ernst zu nehmen und jeweils ein von beiden Parteien unterzeichnetes Übergabeprotokoll zu fertigen.

          Birgit Ochs

          Verantwortliche Redakteurin für „Wohnen“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Schließlich geht es für den Immobilienbesitzer darum, sein Eigentum in gutem Zustand zu erhalten. Deshalb sollte er ein Interesse daran haben, den Zustand der Wohnung zu protokollieren, um mögliche Schäden nachweisen zu können, die während der Mietzeit entstanden sind. Denn wenn zum Auszug ein Schaden zwar unstreitig ist, der Mieter aber behauptet, nicht dafür verantwortlich zu sein, liegt die Beweispflicht beim Vermieter. Er muss nachweisen können, dass der Schaden nicht schon beim Einzug bestand beziehungsweise es nicht nur um eine übliche Abnutzung geht, die mit dem Mietzins abgegolten ist.

          Auch im Interesse des Mieters

          Auch der Mieter hat ein Interesse an der Feststellung des Zustandes der Wohnung zum Ein- wie auch zum Auszug. Er kann vor dem Einzug auf Mängel hinweisen und gegebenenfalls verhandeln, ob der Vermieter diese beseitigt. Kennt der Mieter Mängel bei der Wohnungsübergabe, ohne sich seine diesbezüglichen Rechte vorzubehalten, kann er später die Miete wegen dieser Mängel nicht mindern. In jedem Fall bewahrt ihn das Protokoll vor Einzug davor, später für schon vorhandene Mängel verantwortlich gemacht zu werden.

          Funktioniert alles? Ein Übergabeprotokoll schützt Mieter und Vermieter von unangenehmen Überraschungen

          Beim Auszug wiederum schützt ihn ein Übergabeprotokoll davor, dass ihm nachträglich Schäden angelastet werden, die zum Beispiel Handwerker bei der Renovierung verursacht haben oder die schon zu Beginn des Mietverhältnisses vorhanden waren. Wir haben Rechtsanwältin Best gebeten, die wichtigsten Punkte zu nennen, auf die es bei der Wohnungsabnahme ankommt:

          Das ist zu beachten:

          -Gehen Sie Raum für Raum durch und dokumentieren sie den Zustand. Beziehen Sie das Treppenhaus mit ein. Schließlich können auch dort Schäden beim Umzug entstehen.

          -Für die Begehung sollten sich die Parteien Zeit nehmen und sorgfältig den Zustand dokumentieren.

          -Besteht Streit über einen Schaden, kann er aufgenommen werden. Die unterschiedlichen Ansichten sind dann im Protokoll zu vermerken.

          -Es ist banal und wird doch oft missachtet: Gute Lichtverhältnisse sind erforderlich. Manchmal werden die Termine angesetzt, nachdem schon die Lampen abmontiert sind. In den Abendstunden oder an trüben Tagen sind Schäden dann oft nicht mehr zu erkennen.

          -Auf keinen Fall sollte die Wohnungsabnahme bei Auszug gleichzeitig eine Begehung mit den Nachmietern sein. Hier prallen unterschiedliche Interessen aufeinander. Vielleicht haben die Vormieter die Wohnung mit Einbauten versehen, für die sie von den Nachmietern eine Abfindung haben wollen. Der Eigentümer wünscht aber, dass die Wohnung wieder in den ursprünglichen Zustand versetzt wird. Deshalb sollten sich zunächst Vermieter und Altmieter verständigen.

          -Sensibilität beim Thema Schönheitsreparaturen ist angebracht. Der Bundesgerichtshof hat schon vor einigen Jahren Klauseln zur Renovierungspflicht gekippt. Bevor der Vermieter den Mieter auffordert, die Wohnung instand zu setzen, sollte er sich vergewissern, dass die vertraglich vereinbarten Regelungen noch wirksam sind. Hat der Mieter auf Anweisung des Eigentümers Wände und Türen gestrichen, ohne dass es dafür eine rechtliche Grundlage gab, kann er später finanzielle Ansprüche gegenüber dem Besitzer geltend machen.

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